Vor genau sieben Tagen befand ich mich im Zug nach Nürnberg. Das Ziel: die it-sa – Fachmesse für IT-Security. Für mich die erste Veranstaltung dieser Art seit genau 607 Tagen. Denn mit der E-world 2020 endete das Kapitel „Messe“ erst einmal für viele, viele Monate – zumindest in der bekannten Form. Mit den digitalen Alternativen haben wir uns an dieser Stelle bereits ausgiebig beschäftigt, erst vor Kurzem gab es von Monika Nyendick hilfreiche Tipps zum virtuellen Messegespräch.   

Doch auch wenn mit der Digitalisierung an vielerlei Stelle sinnvoll der Weg in die Zukunft geebnet wurde, weiß ich spätestens seit letzter Woche mit Gewissheit: Eine Präsenzmesse ist durch nichts zu ersetzen. Christoph Buck hatte in seinem Blog-Beitrag recht. Es war so schön in Nürnberg – trotz Maske, umfangreichem Akkreditierungsprozedere im Zuge von 3G und der Tatsache, dass Aussteller- und Besucherzahlen nach wie vor noch lange nicht an das Vor-Corona-Niveau heranreichen. Dennoch: Ich habe es mehr als genossen. Das liegt wohl vor allem daran, dass wieder ein Stück der bekannten Normalität greifbar war. 

Von Angesicht zu Angesicht

Mit insgesamt fünf Pressegesprächen im Stundenrhythmus verging die Zeit wie im Flug. Dazwischen immer wieder der direkte Austausch mit den Kollegen auf Kundenseite – alles Momente, die viel zu lange gefehlt haben. Darin waren sich alle einig, egal ob Journalist, Aussteller oder Besucher. Die Kommunikation ist eine andere, wenn man sich persönlich gegenüber tritt. 

Can touch this!

Auch in weiterer Hinsicht hat mir die Messe gezeigt, dass Digitalisierung zwar vieles erleichtern, aber eben auch nicht alles ebenbürtig ersetzen kann. Hier kommt eine alte – manchmal im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegende – Marotte von mir ins Spiel: Denn seit jeher statte ich auf Messen der Fachpresselounge meinen Besuch ab. So natürlich auch diesmal, obwohl ich mir gar nicht so sicher war, ob ich überhaupt fündig werde. Denn mittlerweile wird unser Alltag immer mehr von E-Papern bestimmt, nahezu jede B2B-Printpublikation wartet – Corona sei Dank?! – inzwischen mit digitalem Zwilling auf. Das macht den Clipping-Prozess für uns im Alltag zwar oftmals deutlich einfacher und entlastet nicht zuletzt unsere Praktikanten, aber die Haptik lässt durchaus zu wünschen übrig. Manchmal geht Blättern eben doch über Scrollen und Klicken. Umso größer war die Freude, als ich die Medienauslage der Messe endlich entdeckt hatte. Aktuelle Ausgaben der IT-Security-relevanten Fachmedien zum Anfassen! Wie wunderbar. 

Und so stieg ich am Abend vollbepackt und mit der Welt versöhnt wieder in den Zug. Messe fetzt – allerdings meines Erachtens nur richtig in Präsenz! Umso mehr freue ich mich auf die E-World 2022, die als nächstes in meinem persönlichen Messe-PR-Kalender steht.