„Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“

Kennen Sie noch die Fernsehshow „Was bin ich? Das heitere Beruferaten“, die von 1961 bis 1989 im Ersten Deutschen Fernsehen bzw. Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde? Ein vierköpfiges Rateteam sollte darin den Beruf eines Gasts erraten. Dazu wurden Fragen an ihn gestellt und für jede falsche Antwort wanderte ein 5-Mark-Stück ins TS-Blog140316Sparschwein des Besuchers. Die Show ist vor allem wegen der Sprüche „Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“ und „Machen Sie eine typische Handbewegung“ als Tipp fürs Rateteam bis heute bekannt. Bei einem der letzten PnR-Kundentermine fühlte ich mich auf einmal daran erinnert … „Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“ weiterlesen

Neulich beim Friseur

Eine haarige Angelegenheit

Der eine oder andere mag es schon vermuten: Herr Dister hat mit Wellness, SPA und Co. wenig am Hut. Nichtsdestotrotz finde ich es phantastisch, was ein erfolgreicher Friseurbesuch in den gestressten Seelen vieler Frauen (und Männer) bewirken kann. So küsse ich beispielsweise meine genervte Ehefrau am Morgen, um zur Arbeit zu gehen und finde am Abend ein wohlgelauntes, emotional runderneuertes Weib in meinen Armen wieder – vorausgesetzt ich bemerke den neuen Haarschnitt. Ist dies nicht der Fall, gehe ich natürlich nicht romantisch erotisiert über Los, sondern lande direkt in der Beziehungshölle. Neulich beim Friseur weiterlesen

Hamlet und die letzte Kartoffel vor der Autobahn

„Ich will von Euch eine Kombination aus technisch sauber geschlagenen Häken sehen“, forderte mein Boxtrainer letztens. Der kreative Pluralis brachte mich an jenem Abend mehr aus dem Gleichgewicht als mancher Hieb oder Tritt meiner Mitstreiter. Und die sind nicht zimperlich; ohne mit der Wimper zu zucken könnten die meisten bei ihrem Gegner einen Exitus herbeiführen, bei mehreren Angreifern gar mehrere Exitusse oder Exiteen (wie bei Kakteen)? Sagen wir einfach Todesfälle, denn Exitus ist ein Substantiv, das nur im Singular vorkommt: ein Singularetantum. Davon lautet die Mehrzahl wiederum Singulariatantum oder Singularetantums. In Anbetracht dieses Tohuwabohus wird jäh klar, warum sich Journalisten in die Berufsgruppen mit der geringsten Lebenserwartung einreihen: Von wegen hoher Suchtmittelkonsum, der wahre Grund für ein vorzeitiges Verscheiden ist das kräftezehrende Grammatik-Chaos. (Das – Gott sei Dank – keinen Plural kennt.) Hamlet und die letzte Kartoffel vor der Autobahn weiterlesen

Wie viel Geschichte braucht mein Ich?

Was wäre, wenn Dienstag einfach mal Montag ist?

Wenn der Wecker morgens klingelt, haben viele Menschen – mich eingeschlossen – das gleiche Ritual. Sie gehen die Aufgaben des anbrechenden Tages durch und fragen sich dabei, ob er wohl besser oder gar schlechter wird als gestern. Manche bringen frühmorgens sogar das Kunststück fertig, die ganze Woche auf diese Weise im Kopf durchzugehen. Was erwartet mich wohl morgen? Wird mein Übermorgen wohl besser als mein Gestern? Nächste Woche wird sicher super, da hab ich Urlaub … Es kommt mir so vor, als würde mein Heutegefühl einen zeitlichen Bezug brauchen, damit ich es ordentlich auf meiner 0-10-Glückskurve einloggen kann. Warum eigentlich? Wie viel Geschichte braucht mein Ich? weiterlesen