In meinem letzten Blog-Artikel habe ich bereits kurz über meine neue Aufgabe berichtet. Ein Inklusionsprojekt beim Radiosender Free fm soll von mir durch Pressearbeit unterstützt werden. Mit der Radioführung für die Teilnehmer/-innen wird am 14. Mai endgültig der Startschuss dafür fallen. Natürlich soll darüber auch die Öffentlichkeit informiert werden. Für mich ergibt sich daraus die Aufgabe, meine erste Pressemitteilung zu schreiben, freigeben zu lassen und zu veröffentlichen. Ganz praxisnah durchlaufe ich alle Stadien, die mir sonst nur aus der Theorie im Studium bekannt sind.

Das Erstellen der Pressemitteilung weckte in mir das Gefühl der ersten Gehversuche eines Kindes. Man sitzt da und schaut den Erwachsenen beim Herumlaufen zu, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Kein Wunder, denkt man sich irgendwann: „Das kann ich doch auch! Ich habe das ja jetzt oft genug gesehen, ich weiß, wie das geht.“ Im Grunde ist es ja nur einen Fuß vor den anderen setzen – kann doch nicht so schwer sein! Schneller als es einem lieb ist, fällt man beim Gehversuch aber auf den Hintern und merkt: Laufen ist schwerer, als es aussieht.

Als ich meinen Kollegen meine ersten Gehversuche präsentiert habe, wurde mir schnell klar, dass ich doch noch etwas wackelig auf den Füßen bin. Erster Knackpunkt war, gleich zu Anfang sämtliche W-Fragen möglichst kompakt zu beantworten. Dem Leser soll sofort klar sein, worum es in dem Artikel überhaupt geht. So beginnt die Suche nach den bestmöglichen Antworten auf die Fragen „Wer?“, „Wo?“, „Was?“, „Wann?“, „Wie?“ und „Warum?“. In den letzten Tagen habe ich mir diese Fragen innerlich also so oft gestellt, dass sich ab und zu schon die Titelmelodie der Sesamstraße zwischen meine Gedanken eingeschlichen hat. „Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum?“ dröhnt es immer wieder zwischen meinen Ohren.

Nicht jeder hat zum Thema der Pressemitteilung – geschweige denn zu ihrem Inhalt – den gleichen Wissensstand. Trotzdem muss sie für jeden beim Lesen verständlich sein und einem logischen Ablauf folgen. Ob das dem Schreiber, der in der Regel ja sehr tief im Thema steckt, auch gelungen ist, prüft man am besten durch das Hinzuholen der Meinung von Außenstehenden. Gesagt, getan – meine Kollegen waren die Versuchskaninchen. Beruhigt hat mich dabei, dass auch unter den Experten Uneinigkeit über den anzuwendenden sprachlichen Stil herrschte. Hier hilft wieder der Vergleich mit dem Laufen: Der Grundablauf – Fuß 1 nach vorn, Gewicht verlagern, dann weiter mit Fuß 2 ­– muss bei allen gleich sein, durch viel Übung erhält jeder dann zusätzlich seine persönliche Gangart. Nur so gelangt man vom Durch-die-Gegend-Stampfen zur grazilen Fortbewegung. Dann fühlt man sich auch schnell nicht mehr wie Bambi auf dem Eis.

Immerhin hat es meine Pressemitteilung inzwischen durch die interne Qualitätskontrolle in die Freigabe beim Kunden geschafft. Jetzt freue ich mich darauf, sie endlich unter’s Volk bringen zu können 😀

Viele Grüße,

Falko M.- Praktikant