Warum Theorie nicht gleich Praxis ist

Gedanken eines Studenten kurz vor dem Studienabschluss: „PR ist die strategische Kommunikation zur Durchsetzung von Partikularinteressen.“ Die Definition von Public Relations sprudelt förmlich aus ihm heraus, ein Hoch auf die Medienwissenschafts-Klausur.
Auch die verschiedensten Thesen zur Beziehung zwischen Journalismus und PR kann er stockbetrunken im Schlaf aufsagen. Eigentlich könnte er doch unverzüglich als PR-Berater anfangen – fehlt nur noch die Unterschrift.

Hallo, ich heiße Marius und werde diesen Blog bis zum 1. Dezember mit Anekdoten aus dem Leben eines Praktikanten bei
Press´n´Relations schmücken. Ich studiere Sportwissenschaft mit dem Profil Sportpublizistik an der Universität Tübingen. Zu meinen Lieblingsssportarten zählen Fußball und Leichtathletik. Das Ende des Studien-Tunnels voller Hausarbeiten und Klausuren ist bereits in Sicht, das Bachelorzeugnis nur noch eine Abschlussarbeit entfernt.

Und dennoch frage ich mich oft, bin ich für den Arbeitsalltag in der Journalismus- oder Öffentlichkeitsbranche gerüstet? Bei meinem sechsmonatigen Praktikum in der TV-Redaktion eines Münchner Fernsehsenders habe ich am eigenen Leib gespürt, dass zwischen Theorie und Praxis nicht nur ein Stück Papier, sondern eher die Sammlung aller Harry Potter-Teile passen. Und dennoch möchte ich den wissenschaftlichen Erkenntnissen und theoretischen Grundlagen nicht die Relevanz absprechen. Nur lässt sich mit reinem Gedankengut keine Arbeit vollrichten.
Danach einen Master dranhängen? Mal schauen. Es wäre irgendwie schon reizvoll, nicht dem Akademisierungswahn meiner Generation zu folgen.

Nun also drei Monate bei Press´n´Relations.
Der Zeit blicke ich mit Vorfreude entgegen und hoffe, viele neue und spannende Einblicke zu erhalten.
Mit dieser Einstellung ging ich in meine erste Arbeitswoche. Ich übernahm als Urlaubsvertretung Aufgaben der PR-Assistentin, wurde sofort ins Tagesgeschäft eingebunden und hatte von Anfang an Spaß. Vor dem Start schaut man sich ja mal die Mitarbeitergalerie an und verschafft sich einen kleinen Einblick auf die künftigen Kollegen. Interessante Werdegänge, sympathische Gesichter, ich dachte mir „nicht schlecht, aber das sind ja auch PR-Profis“. Nach einer Woche kann ich sagen: Das Arbeitsklima ist super, die Kollegen und Kolleginnen zeigten sich stets hilfsbereit und freundlich. Blankes Entsetzen sah ich bislang nur nach meinem Geständnis, dass die ersten beiden Buchstaben meines KFZ-Kennzeichens BC sind. War es Zufall, dass ich danach einen Platz in der Tiefgarage bekommen habe? 🙂

In den nächsten zwei Wochen werden sich mir vermutlich wichtigere Fragen aufdrängen, ich halte euch auf dem Laufenden.

 

Bis dahin, Marius

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