Bereits seit Anfang August steht Brasiliens Regenwald – oder auch „die grüne Lunge der Erde“ – in über 1000 Brandherden in Flammen. Deswegen setzte Emmanuel Macron die Angelegenheit offiziell auf die Tagesordnung des G7-Gipfels in Biarritz. Doch die gute Absicht ging nach hinten los. Statt sich über die Hilfsangebote zu freuen, fühlte sich Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro in seiner Ehre gekränkt und warf Macron Kolonialisierungsgedanken vor. Und so wurde aus dem Hilfsversuch der EU in kürzester Zeit ein Streit zwischen Macron und Bolsonaro. Über Social Media bekriegen sich die beiden Staatschefs nun schon seit Wochen und konnten die zunächst politische Diskussion inzwischen erfolgreich auf eine private Ebene herunterholen. Und während auf Facebook die Gefühle hochkochen, brennt der Regenwald vor sich hin – mit verheerenden Folgen. Doch was hat es eigentlich mit den ständig wiederkehrenden Problemen der Politiker auf Social Media auf sich?

Bolsonaro tut es, Trump tut es und auch immer mehr deutsche Politiker setzen sich in virtuelle Fettnäpfchen. Da werden die Wahlergebnisse der Bundespräsidentenwahlen zu früh verkündet, Schleichwerbung für unethisch agierende Weltkonzerne betrieben und unnötige Streitereien mit den sogenannten Hatern und Trolls bis aufs letzte Wort ausgefochten. Doch nicht nur Politiker haben so ihre Mühe mit den sozialen Medien. Auch Unternehmen tappen immer wieder in die Falle, private und geschäftliche Inhalte zu vermischen. Ob nun ein Social-Media-Manager in Vertretung der Firma Content postet oder eine Privatperson auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing unterwegs ist, die einen direkten Bezug zum Arbeitgeber herstellen: Die Grenze zwischen Privatem und Geschäftlichem sollte in jedem Fall strikt eingehalten werden. Ich habe daher die folgenden Tipps zusammengetragen, die dabei helfen sollen, den Online-Auftritt von Unternehmen und Privatpersonen in Businessnetzwerken professionell zu gestalten.

Kontroverse Themen meiden

Polarisierende Themen, die die Gesellschaft spalten und die Gefühle hochkochen lassen, sollten im professionellen Rahmen komplett vermieden werden. Die Online-Präsenz eines Unternehmens lebt von konstruktiven Beiträgen, die Mehrwert schaffen und informativer Natur sind. Ein kontroverser Post gehört nicht dazu, zumal dieser in den seltensten Fällen die Einstellung des gesamten Unternehmens, sondern lediglich die persönliche Meinung des Verfassers widerspiegelt. In den Businessnetzwerken LinkedIn und Xing sollte auf derartige Äußerungen auch im privaten Rahmen verzichtet werden, da die Verbindung zum Arbeitgeber mit wenigen Klicks nachvollzogen werden kann und die Aussagen so auf das Unternehmen zurückfallen.

Authentisch sein

Auch wenn hinter einem Post ein ganzes Unternehmen steht, so wird er doch von einem einzigen Menschen verfasst. Und als solcher darf dieser sich auch zu erkennen geben. Witz und Menschlichkeit werden auch in der Online Community geschätzt und wirken sympathisch. Daher sollte aufdringliche Werbung ebenso vermieden werden wie die Nutzung von Pseudonymen. Je offener und authentischer die Social-Media-Kanäle gestaltet werden, desto näher fühlen sich die Follower dem Unternehmen. Dennoch sollte der Verfasser professionell bleiben und von der Äußerung persönlicher Meinungen Abstand halten.

Immer Korrektur lesen

Diesen Fehler haben schon viele begangen. Einen besonders brisanten Fauxpas lieferte 2011 Steffen Seibert, der Sprecher der Bundeskanzlerin Angela Merkel, als er die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens im Netz verbreiten wollte und statt Osama aus Versehen Obama zum Massenmörder machte. Fehler wie diese können vermieden werden, indem man andere Personen – speziell bei besonders wichtigen Posts – Korrektur lesen lässt. Das dauert nicht lange und spart dabei noch Zeit und Arbeit, die andernfalls die Ausbesserung peinlicher Schreibfehler in Anspruch nehmen würde.

Hater-Kommentare ignorieren

Viele Unternehmen und Politiker begehen regelmäßig den Fehler, sich auf die Kommentare von Hatern und Trolls einzulassen und diese bis ins kleinste Detail auszudiskutieren. Dabei geht es in solchen Kommentaren in den seltensten Fällen um konstruktive Kritik. Vielmehr wollen Hater provozieren und den Betreiber des Accounts zu Wutausbrüchen oder anderem unprofessionellen Verhalten zwingen. Eine Diskussion ist darum nicht zielführend, sondern verleitet zu emotionalen Reaktionen und ungewollten Aussagen. Stattdessen sollten Kommentare dieser Art schlichtweg ignoriert oder der betreffende Hater, sollte er sich öfter zu Wort melden, gleich ganz geblockt werden.

von Lara Schmidler