6:05 Uhr – der Wecker klingelt. Für mich als Student ist das eine sehr ungewöhnliche und reichlich frühe Uhrzeit. Mitten in der Nacht eben. Gerade in der Corona-Pandemie, also in Zeiten des Zuhausebleibens und der Onlineseminare, des Nachholens und – zugegebenermaßen – des Prokrastinierens, war es schlicht und ergreifend nie nötig, früh aufzustehen. Und wenn dann doch hin und wieder eine Vorlesung am frühen Morgen stattfand, so stand man kurz auf, loggte sich in das Zoom-Meeting ein, startete die Bildschirmaufnahme und legte sich wieder hin. Man lebte in den Tag hinein. Ich stand auf, wann ich es für richtig hielt, machte Mittagspause, wenn ich hungrig wurde und holte die am Morgen aufgenommene Vorlesung dann nach, wenn ich mich danach fühlte. So, oder zumindest so ähnlich, ging es vielen Studenten und Studentinnen zu dieser Zeit. Lethargie machte sich breit. Mit ihr die Hoffnungen und Wünsche auf eine Zeit nach der Pandemie.

Erst heute habe ich eine Studie gelesen, wonach die Zufriedenheit einer Person davon abhängt, wie viel Freizeit sie täglich hat. Das Ergebnis: Nach fünf Stunden Freizeit nimmt die Zufriedenheit ab. Wer zu Zeiten von Corona studiert hat, weiß, wovon die Studie spricht. Auch deshalb freue ich mich schon lange sehr darauf, in mein Praktikum starten zu können. Auch wenn das bedeutet, dass ich die nächsten Monate früh aufstehen muss – mitten in der Nacht eben. Neue Wege wollen beschritten werden, neue Herausforderungen angepackt. Es durfte losgehen.

Der Neue

Aber kommen wir erstmal zu mir: Hallo, ich bin Valentin. Der Neue. 24 Jahre alt, Wirtschaftskommunikationsstudent aus Berlin und jetzt vier Monate lang Praktikant bei Press’n’Relations. Der Erste überhaupt, der einen Teil des Praktikums in Berlin verbringt und – so habe ich es mir sagen lassen – der Erste überhaupt, der eine eigene firmeninterne Mailadresse bekommen hat. Gut, zugegeben, das liegt weniger daran, dass ich mir schon im Vorfeld einen Namen gemacht habe, als daran, dass in Ulm zeitgleich eine zweite Praktikantin tätig ist und die Praktikanten-Mailadresse „besetzt“. Aber ein bisschen stolz macht mich das trotzdem. Wie aber komme ich auf Press’n’Relations? Einerseits natürlich durch mein Studium, in dem es vorrangig um Marketing und Public Relations geht. Mich fasziniert, dass es so viele Möglichkeiten gibt, seine Kreativität auszuleben. Zudem macht es mir unglaublich viel Spaß zu kommunizieren, also mit anderen Menschen im Austausch zu stehen. Und da ich schon zu Schulzeiten immer gerne geschrieben habe, war die Spanne möglicher Richtungen, in die mein Praktikum gehen sollte, nicht mehr allzu groß. Auf das richtige Unternehmen innerhalb dieser Spanne bin ich andererseits aber durch meine Nebentätigkeit zum Broterwerb in der Logistikbranche gestoßen. Das Logistikgeschäft ist zufälligerweise das Hauptgeschäft der Press’n’Relations-Niederlassung in Berlin, weshalb eine Kontaktaufnahme auf der Hand lag. Nun hoffe ich natürlich, dass ich hier mit meiner langjährigen Erfahrung auf diesem Geschäftsfeld bestmöglich helfen und unterstützen kann.

Fremde Bekannte

Nun aber zurück auf Anfang: Der Wecker klingelte also und ich stand auf. Etwas zerknirscht und müde machte ich mich fertig und frühstückte – was, nebenbei bemerkt, mitten in der Nacht eigentlich so gar nichts für mich ist. Mein Körper braucht normalerweise einige Zeit, um „frühstücksbereit“ zu sein. Aber so ganz ohne Frühstück geht man schließlich auch nicht aus dem Haus. Frisch gestärkt machte ich mich auf den Weg zur Arbeit.

Von Tür zu Tür brauche ich etwa eine Stunde. Wer schon mal in Berlin war, oder sogar hier gewohnt hat, weiß, dass das nichts Ungewöhnliches ist. Punkt 7:35 Uhr saß ich dann in der S-Bahn. Am Bahnsteig und in der Bahn guckte ich in die mit Masken bedeckten Gesichter der anderen Frühaufsteher. Erfahrungsgemäß werde ich einigen von ihnen nun täglich begegnen. So war das schon, als ich noch bei meinen Eltern, außerhalb Berlins, wohnte und täglich nach Charlottenburg in die Schule oder später nach Schöneweide zur Uni pendelte. Ohne sie zu kennen, waren es Tag für Tag dieselben Gesichter, in die ich blickte. Fehlte jemand, machte man sich fast schon Sorgen.

Auf den letzten Stationen der Bahnfahrt merkte ich dann, dass es langsam ernst wurde und ich wurde etwas aufgeregt ob der mir bevorstehenden Aufgaben. Schließlich wusste ich noch nicht, was genau auf mich zukommen würde. Die Fallhöhe jedoch war recht überschaubar. Nicht zuletzt deswegen, da ich wusste, was das Unternehmen, bei dem ich mich schließlich beworben hatte, macht.

Angekommen

Das sagt sich immer so leicht, „angekommen“. Doch jetzt, einige Tage und den ersten Blogeintrag später, ist jegliche Aufregung zugunsten der Vorfreude, die ich in Bezug auf meine Erwartungen an das Praktikum hatte und habe, gewichen. Ich freue mich auf das, was vor mir liegt und werde alle vierzehn Tage hier in diesem Blog von mir hören lassen. In diesem Sinne: Bis bald!