Blo(g)kade Foto 1Heute ist wieder Montag. Der erste Februar, wie so mancher beim Blick auf den Kalender bestimmt schon festgestellt haben wird. Mir kam beim Umblättern des Kalenderblatts aber noch eine ganz andere Tatsache in den Sinn – mein letzter Monat bei Press’n’Relations bricht an. Beim Gedanken daran, dass mir nur noch vier Wochen bleiben, bis ich meinen Schreibtisch räumen und Platz für meine Nachfolgerin machen muss, wird mir ganz schummerig. Die Zeit rast! Und ich hoffe, dass ich beim Versuch schrittzuhalten nicht über meine eigenen Füße stolpere. Sollte es im schlimmsten Fall wirklich dazu kommen, gilt: hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen. Aber Spaß bei Seite, etwas Zeit bleibt mir ja noch und bis jetzt habe ich mir beim Hinterherhetzen weder das Bein noch sonstige Gliedmaßen gebrochen 😀 Da mein letzter Blogbeitrag überraschenderweise auch schon wieder zwei Wochen zurückliegt (ich sage ja, die Zeit rast), ist klar, was jetzt zu tun ist. Schließlich will auch der Prakti-Blog regelmäßig mit neuem Stoff gefüttert werden.

So kam es, dass ich mich letzten Mittwoch, mit voller Motivation und einer Packung Schokorosinen bewaffnet, an die Vorbereitungen für meinen nächsten Blogbeitrag machte. Leider verlor ich die anfängliche Euphorie irgendwo zwischen dem leeren Worddokument und der Tatsache, dass mir eines immer noch fehlte: die Inspiration für ein Thema. Um meiner verzweifelten (Themen-)Suche ein Ende zu setzen, begann ich, mich von diversen Medien berieseln zu lassen. Was dann eintrat war ein klarer Fall von „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. In diesem Fall wäre ich aber auch schon über einen einzigen Baumstumpf glücklich gewesen, der mich meinem Blogthema einen Schritt näher gebracht hätte. Als ich also kurz davor war, in der Flut von Informationen zu ertrinken, traf mich die Wahrheit wie ein harter Schlag ins Gesicht: ohne Thema kein Blogeintrag. Mit dieser Erkenntnis beschloss ich verschiedene Blogs zu durchforsten und herauszufinden wie andere Blogger ihre Schreib-Blo(g)kaden lösen. Endlich schubste mich mein Gehirn von der Leitung und ließ mich erkennen, dass die Lösung für mein „Problem“ gewissermaßen das Problem selbst war.

Bloggen über das Bloggen also? Warum eigentlich nicht?! Blogs gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Allein bei der Internetsuche nach dem schlichten Wörtchen „Blog“ spuckt Google schon über vier Milliarden Ergebnisse aus. Damit sind das sogar mehr als bei Instagram, mit „nur“ etwas mehr als drei Milliarden Suchergebnissen. Egal welches Thema, es lässt sich mit fast hundertprozentiger Sicherheit ein Blog dazu finden. Dem thematischen Spektrum sind keine Grenzen gesetzt. So existieren neben den klassischen Lifestyle Blogs auch sogenannte Corporate Blogs, also Blogs, die von verschiedenen Unternehmen ins Leben gerufen und als Kommunikationsinstrument genutzt werden. Sollte das Thema in ganz speziellen Fällen dann doch zu exotisch sein, fängt man eben selbst an, darüber zu bloggen. Im Grunde genommen ist ein Blog ja nichts anderes als ein Internettagebuch. Die Blogs der heutigen Generation entfernen sich aber teilweise immer mehr von der ursprünglichen Form. Aus den virtuellen Tagebucheinträgen werden vielmehr Artikel und der Blog immer mehr zu einer Art Online Magazin, welches im Fachjargon als „Blogazine“ bezeichnet wird. Durch die Verknüpfung zu allen möglichen sozialen Netzwerken lässt sich der Leserkreis deutlich ausweiten. Durch teilen, kommentieren, liken und etwas Geschick zur Selbstvermarktung können aus einer Handvoll Lesern schnell ein paar Hundert oder Tausend werden. Tendenz steigend. So können Blogger heutzutage auch einen gewissen Kultstatus erreichen. Stichwort Chiara Ferragni. In der Bloggerszene ist sie schon längst in aller Munde und auch darüber hinaus hat sich die Italienerin mit ihrem Fashionblog „The Blonde Salad“ einen Namen gemacht. Laut der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“ ist sie heute mit die erfolgreichste Bloggerin der Welt. Ihr Beispiel zeigt, dass sich mit der richtigen Strategie ein lukratives Geschäft aus dem Bloggen entwickeln kann. Chiara Ferragni hat es geschafft, sich selbst zur Marke werden zu lassen und gerade das mag wohl das Geheimnis sein, das hinter ihrem Erfolg steckt. Im Jahr 2014 machten sie und ihr Team (hinter„The Blonde Salad“ steckt nämlich mittlerweile eine 15-köpfige Crew) einen Umsatz von sechs Millionen Euro. Dass das Posten von spektakulären Outfits nicht reicht, um solche Summen zu erwirtschaften dürfte wohl jedem klar sein. Allein mit der eigenen Schuhkollektion, die Ferragni auf den Markt gebracht hat, ließ sich ein ordentliches Sümmchen verdienen. Vor allem aber die hohen Click-Zahlen machen den Blog zudem als Werbefläche für viele Marken attraktiv. Was als Blog angefangen hat, ist im Fall Chiara Ferragni längst zu einem kleinen Imperium geworden. Auch in Deutschland gewinnt die Bloggerszene immer mehr an Bedeutung. Vielleicht boomt die Branche (noch) nicht so sehr wie in vergleichsweise Amerika und Italien. Trotzdem gibt es auch deutsche Blogger, die beweisen dass sie durchaus im internationalen Bloggerzirkus mithalten können. Hierbei kommt mir, wenn wir schon mal beim Thema Modeblogs sind, als erstes der Name Jessie Weiß in den Sinn. Die deutsche Antwort auf Chiara Ferragni sozusagen. Sie startete ihre Karriere als Mitbegründerin des Blogs „LesMads“ und machte sich später mit dem Fashion-Blogazine „Journelles“ selbstständig. Mittlerweile hat sie außerdem ein eigenes Modelabel welches den Namen „JOUUR“ trägt, gelauncht.

Blogs haben meinem Eindruck nach in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt. Tag für Tag hat man das Gefühl, dass ein neuer Blog aus dem Boden schießt. Durch die wachsende Beliebtheit werden auch die Blogger selbst zu immer wichtigeren Akteuren in der Medienwelt. Ich für meinen Teil verfolge Blogs schon länger und ich muss gestehen, dass es sich bei mir mit Vorliebe um Blogs handelt, in welchen über Essen, Kunst oder Literatur geschrieben wird. Allen voran haben es mir aber die Mode-Blogs (wie z.B. der von Frau Weiß und Frau Ferragni) angetan. In dieser Hinsicht bin ich wohl ganz Frau 😉 Mit dem Gedanken gespielt, selbst mal zu bloggen, hatte ich auch schon länger, doch bis zu meinem Praktikum blieb es vorerst dabei. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich mich hier auf dem Prakti-Blog kreativ austoben und mich am Bloggen versuchen darf. Mit jedem neuen Eintrag komme ich immer mehr auf den Geschmack des Bloggens (von meiner Blo(g)kade jetzt mal abgesehen) und kann es jetzt schon kaum erwarten, bis ich wieder mit den Schreiben loslegen darf. Und wer weiß, vielleicht werde ich doch noch irgendwann einen eigenen Blog starten.

Also, bis dahin alles Gute!

Eure Mattea