Jetzt, da sich mein Praktikum bei Press’n’Relations dem Ende neigt, steht auch mein Abschied aus Ulm kurz bevor. Aus der Geburtsstadt des namenhaften theoretischen Physikers Albert Einstein, des wahrscheinlich ebenso weltberühmten Fußball-Europa- und Weltmeisters sowie späteren Präsidenten des FC Bayern München Uli Hoeneß und des zumindest unter Filmfans weithin bekannten Regisseurs Marc Forster nehme ich an neu gewonnenen Erfahrungen einiges mit. In der Stadt mit dem höchsten Kirchturm sowie dem schiefsten Hotel der Welt habe ich gelernt, was ich kann und was ich nicht kann, was ich mag und was ich nicht mag, was ich will und was ich nicht will. 

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Meiner Abreise aus dem an der Donau in Schwaben gelegenen Ulm blicke ich mit – wie heißt es so schön – einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Natürlich freue ich mich auf meine Heimatstadt. In Berlin, um Berlin und um Berlin herum wohnen schließlich meine Familie, meine Freunde und so ziemlich jeder, den ich kenne. Ich kenne mich dort aus und weiß wie die Menschen zu nehmen sind. Berlin ist die Stadt in der ich mich am wohlsten fühle. Denn in Jogginghose am Tresen einer in die Jahre gekommenen Imbissbude in Berlin-Kreuzberg stehend, zusammen mit der Hundekacke an meinem Schuh und einer Vielzahl dubioser, alkoholgetränkter Gestalten um mich herum den Lärm der Stadt lauschend, schmeckt mir die Currywurst noch immer am besten. 

Auf der anderen Seite verlasse ich jedoch ein angenehmes und mir mittlerweile sehr vertrautes Arbeitsumfeld, nach dem ich mich in meinem späteren Berufsleben das ein oder andere Mal zurücksehnen werde. Und damit verbunden verlasse ich zeitgleich einen Tätigkeitsbereich, der mir in den letzten vier Monaten sehr viel Freude bereitet hat und einen Einblick in das erlaubte, was mich künftig erwartet. Das alles lässt mich nun zum Ende meines Praktikums zurückblicken auf meine Zeit bei Press’n’Relations – auf die Aufgaben, mein Arbeitsumfeld und meinen Aufenthalt in Ulm.

Über Pflicht und Kür

In meinen Tätigkeitsbereich zählten einerseits natürlich die kleinen, das operative Geschäft betreffenden Aufgaben, andererseits aber auch das Schreiben zahlreicher Texte. Ersteres ist die Pflicht, Letzteres die Kür. Doch ohne Pflicht keine Kür. Die Pflichtaufgaben ermöglichen es nämlich erst, einen vollständigen Einblick in die Welt der PR zu bekommen. Doch dass mir die Kür, allen voran die vierzehntägigen Beiträge im Prakti-Blog, deren Thema ich mir selbst aussuchen konnte, am meisten Spaß bereitet hat, kann ich nicht leugnen. Diese Beiträge waren nicht nur eine super Schreibübung – die Texte schrieben sich zum Schluss fast von allein und der Zeitaufwand wurde stetig geringer – sondern boten anfangs auch die einzige Möglichkeit, meine eigenen Texte an die Öffentlichkeit zu tragen. Zusätzlich gehörten die Anwenderberichte für PressFile, denen jeweils ein Interview vorausging, ebenfalls zu dem Teil meines Aufgabenbereichs, der mir besonders viel Spaß gemacht hat.

Das Beste an meiner Zeit bei Press’n’Relations waren jedoch meine Kollegen. So herzlich, wie ich am ersten Tag meines Praktikums im Büro willkommen geheißen wurde, blieb es über die gesamte Zeit hinweg. Jederzeit fand sich bei Fragen und Problemen ein Ansprechpartner, der mit Tipps geben konnte oder einen meiner Texte redigiert. Das hat mir sehr geholfen und natürlich auch zu einem konstant guten Arbeitsklima im Büro beigetragen. Da machte es auch nichts, dass meine Wohnung auf Zeit mangels Schreibtisch keine Möglichkeit für Home Office bot. Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gekommen und habe mich dort nie unwohl gefühlt. Ich bin froh, bei Press’n’Relations gelandet zu sein. Danke an alle!

Ich komm‘ wieder, keine Frage

Aber sicherlich werde ich Ulm noch mal einen Besuch abstatten müssen. Nicht nur, weil ich die Stadt aufgrund der allgegenwärtigen und Freizeit bestimmenden Corona-Pandemie nicht vollständig kennenlernen durfte. Das liegt auch daran, dass ich nicht drei Monate lang in Ulm gelebt haben kann, ohne jemals auf dem Ulmer Münster, gewesen zu sein. Ich habe zwar, zumindest äußerlich, viel von Ulm gesehen, aber dennoch: Diesen Sachverhalt gilt es in Zukunft aus der Welt zu schaffen! In besseren, pandemieloseren Zeiten werde ich mir daher die Zeit nehmen, die Stadt und das, was sie zu bieten hat, noch einmal besser kennenzulernen. Ich werde mich im schiefsten Hotel der Welt einquartieren und die Aussicht vom höchsten Kirchturm eben jener genießen.

Jetzt aber gilt es Abschied zu nehmen. Und ja, trotz der schönen Zeit in Ulm kann ich es natürlich kaum noch erwarten, nach Hause zu kommen. Berlin, Berlin, ich fahre zurück nach Berlin!