Heute darf ich raus. Nein, ich habe keinen Hausarrest und das sind auch nicht die Gedanken eines Hundes, welcher beim Anblick seiner Gassi-Geh-Leine aufgeregte Hüpfanfälle bekommt. Doch wenn ein Praktikant auf Achse geht, ist das groß und fett im Kalender markiert – inklusive Erinnerungsnachricht mit Ton, aber (meistens) ohne hysterisches Hüpfen.

Mein Kalender hat sein Hup- und Blinkkonzert bereits einige Male vollführt. An zwei Außendienst-Erlebnisse kann ich mich besonders gut erinnern:

1. Die Pressekonferenz

Nachdem ich wusste, dass ich bald bei einer Pressekonferenz dabei sein würde, kamen mir Bilder in den Kopf, wie man sie wohl aus dem Fernsehen kennt. Eine Meute Fotografen, Fernsehteams und fragewütiger Reporter stürzen sich auf die Pressesprecher und Geschäftsführer, welche mit Schweißperlen auf der Stirn hinter einem Tisch sitzen. Wer erinnert sich nicht an die berühmt-berüchtigte Pressekonferenz des Giovanni Trapattoni und dessen Satz: „Ich habe fertig!“. Soviel vorweg, einen „Giovanni“ gab es bei dieser Pressekonferenz nicht. Eher ein entspanntes Miteinander zwischen Fragenden und Befragten, mit diversen leckeren Häppchen. Zurückzuführen ist das auch auf eine sorgfältige Vorbereitung. Die Gefragten waren gebrieft, die Journalisten bekamen Informationsmaterial in einer gut sortierten Pressemappe direkt vor Ort. Diese vorzubereiten und zu verteilen war meine Aufgabe. Insgesamt war mir aber vor allem wichtig mitzuerleben, wie eine Pressekonferenz abläuft – vor allem in Anbetracht meiner Vorstellung im Gegensatz zur Realität. Denn diese ist weit weniger dramatisch, als mir das Fernsehen vermittelt.

2. Der Unternehmertag (Messe)

Ein weiteres Zuckerl in Sachen „Praktikant vor Ort“ war der Unternehmertag in der Messe Ulm. Eine Vielzahl an mittelständischen Betrieben zeigt dort jährlich Präsenz und knüpft neue Kontakte. Auch Press’n’Relations war im März mit einem eigenen Stand dabei. Meine Aufgabe war es, ein paar Eindrücke mit der Videokamera festzuhalten, zuzuschneiden und in ein kurzes Mood-Video zu verpacken. Ziel war es, Eindrücke und Veranstaltungen auf der Messe und rund um unseren Messestand einzufangen. Mein Tipp an alle nachfolgenden Praktikanten: Benutzt beim Drehen ein Stativ! Denn wer wie ich der Meinung ist, seine Hand wäre so ruhig wie der Dalai Lama beim Meditieren, der irrt. Nichts ist ärgerlicher als ein spontan eingefangene Szene, die so verwackelt ist, als wäre man auf einer Segelfahrt. Vielleicht war die Ursache meiner zittrigen Hand auch eine Art Zuckerschock, hervorgerufen von verlockenden Süßigkeitenschälchen an unserem Messestand. Die Vorliebe der Press’n’Relations-Mitarbeiter für Süßes, insbesondere alles was tierische Namen hat, wie zum Beispiel weiße Mäuse, Colaschlangen oder Veggi-Hasenpfötchen – der ich mich als Teammitglied natürlich widerstandslos beuge – bleibt auch bei einem Außeneinsatz nicht verborgen.

Abgesehen von diesen beiden Terminen habe ich an der Eröffnungsfeier eines Servicecenters und an verschiedenen Besprechungsrunden über weitere PR-Maßnahmen mit Kunden teilgenommen sowie eine Graffiti-Aktion begleitet. Nicht zu vergessen: Ein allein zu verantwortendes Kundengespräch zu einer bevorstehenden Presseinformation. So viel zum Thema „Ich mag selber machen“. Das kann man hier definitiv!

Bis zum nächsten Mal

Rebecca Rohmeder

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Messegelände des Unternehmertags 2013