Work-Life-Balance und damit verbundene Vorteile sind in einer schnelllebigen Welt wie dieser mittlerweile ein wichtiges Kriterium bei der Jobauswahl geworden. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch auch die Work-Work-Balance: Der Begriff scheint mir der passende für den optimalen Ausgleich zwischen der Arbeit, die von einem verlangt und unter Druck gefordert wird und der Bereitschaft auch hie und da Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Selbstverständlich bin ich für eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben, obwohl ich feststellen muss, dass es einem nicht immer gelingt. Schon persönliche Social-Media-Aktivitäten führen einen – aufgrund der vernetzten Profile – hin zum Unternehmen. Selbst beim Check des persönlichen E-Mail-Accounts, fühle ich mich oft dazu verleitet auch meinen beruflichen Account abzurufen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen oft miteinander – was unzufriedenen Mitarbeitern eher aufstößt als zufriedenen. Passen jedoch der Arbeitgeber, die Unternehmenskultur-/werte und Konditionen, sind Mitarbeitende generell motivierter, engagiert an Herausforderungen heranzugehen.

Internes Arbeitsklima

Hierarchielose Führung, offene Kommunikation zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitenden, eine Weiterbildungskultur und ein fehlertolerantes Arbeitsumfeld sowie problemlose Kommunikationswege sind zu der Schlüssel zu einer durch Motivation angetriebenen und zielführenden Zusammenarbeit – alles unter dem Dach gelebter Unternehmenswerte. Führungskräfte sollten generell nicht auf Worthülsen setzen, sondern auf die interne Haltung tatsächlich Umsetzung und vorleben. Warum? Ganz einfach: Solche Umsetzungsmaßnahmen sind authentisch und von hohem Wert für die Kollegenschaft, wobei man sich auf Augenhöhe begegnet und Vertrauen schafft. Das Ergebnis sind zufriedene Mitarbeiter, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und künftig gerne Verantwortung übernehmen.  Gleichzeitig ändert sich die Arbeitshaltung des Personals mehrheitlich zum Positiven und parallel werden sogar Krankheitsfälle weniger. Zusätzlich beeinflusst es auch die Qualität der erarbeiteten Ergebnisse für das Unternehmen.

Respekt, Wertschätzung, Kompromissbereitschaft und eine offene interne Dialogkultur erleichtern das Miteinander und erhöhen gleichzeitig die Bereitschaft des Individuums, zielführende Ergebnisse zu erarbeiten. Im Idealfall werden Mitarbeiter zu Botschaftern des Unternehmens, so wie es in einigen Beispielen aus der Modeindustrie schon längst der Fall ist. Zum Beispiel bindet ASOS sein Personal aktiv und sehr erfolgreich in laufende Marketingmaßnahmen ein. So sind einige ASOS-Mitarbeiter gleichzeitig Markenbotschafter im Onlineshop und auf Social Media, indem sie – saisonal – favorisierte Kleidungstücke selektieren und mit unterschiedlichen Communities teilen. Die Glaubwürdigkeit überzeugter Mitarbeiter ist wesentlich höher, als das ihrer externen (Influencer-) Kollegen. Außerdem spart sich das Modeunternehmen zusätzliche Kostenausgaben. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie zielführend eine gute Führung und Einbindung der Mitarbeitenden zum Erreichen der Unternehmensziele sein kann.

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Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein glaubwürdiges und vertrauensvolles Arbeitsklima die Bereitschaft, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, wesentlich erhöht. Die Motivation steigt, wenn man das Gefühl bekommt, eine Organisation zu unterstützen, mit deren Wertekultur man sich identifizieren kann. So hat auch die Work-Work-Balance ihre Berechtigung: Sollte der ein oder andere Workload zu Hause auf dem Schreibtisch landen oder am Wochenende auf einen warten, dann fällt es zufriedenen Mitarbeitenden wesentlich leichter diese gewissenhaft zu übernehmen. In diesem Sinne: Ein Hoch auf gute Arbeitgeber!