We’re all sitting in one boat …

Dass der Umgang mit Fremdsprachen zahlreiche Stolpersteine birgt, ist in diesem Blog bereits mehrfach angeklungen. Die Beiträge von Ralf Dunker, Désirée Müller – sogar zweimal  – und mir lassen den Facettenreichtum der Tücken, die im multilingualen PR-Alltag lauern, bereits erahnen. Das Ende der Fahnenstange ist damit jedoch noch lange nicht erreicht. Zeit also, sich an dieser Stelle einem weiteren Aspekt der Problematik zu widmen – inklusive Lösungsvarianten.

Nachdem die Transformation von englischem Content in deutsche Gedanken und Texte für jeden im PNR-Team bereits ohne viel Federlesen zum „daily business“ gehört, vertrauen wir in der Umkehr lieber auf Profis und Muttersprachler. Hierbei haben sich unterschiedliche Ansätze – je nach Kunde – als zielführend erwiesen.

Variante 1: Wir geben den finalen deutschen Text an einen bewährten Übersetzer aus unserem eigenen Netzwerk. Hierbei wird natürlich darauf geachtet, den für das Thema richtigen Partner zu wählen. So können einige Dienstleister beispielsweise deutlich besser mit tieftechnischem Fachjargon umgehen oder sind generell für den Wortschatz einer bestimmten Branche stärker sensibilisiert als andere. Jene werden wiederum dann ins Boot geholt, wenn es darum geht, fachlich weniger anspruchsvolle Texte schnell und vor allem zügig – bei weniger Kosten – zu bearbeiten.

Variante 2: Wenn auf Kundenseite bereits der Kontakt zu einem guten Übersetzer – beispielsweise für technische Dokumentationen oder Marketingtexte – besteht, warum nicht diesen nehmen? Schließlich kennen solche regelmäßig von einem Unternehmen frequentierten Dienstleister nicht nur Branche und Thema, sondern auch den Auftraggeber selbst sehr gut. Entsprechend reibungslos gestaltet sich dann meist das Procedere.

Übersetzungshilfen wie „DeepL“ leisten im Alltag mittlerweile gute Dienste

Variante 3: Manche Situationen erfordern aber auch alternative Lösungswege. Gerade wenn die Kosten für externe Dienstleister ins Kalkül gezogen werden, erklingt von Zeit zu Zeit die Frage nach „internen“ Möglichkeiten. Dies ist ebenso schon vorgekommen, nachdem ein Kunde mit der Übersetzung eines externen Dienstleisters nicht zufrieden war. In solchen Einzelfällen gibt es für mich auch noch eine weitere Option, die allerdings nur unter einer Voraussetzung Anwendung findet: Die Endabnahme des übersetzten Textes erfolgt durch einen sprachgewandten „Muttersprachler“ auf Kundenseite, beispielsweise den in UK ansässigen Marketing- oder Vertriebskollegen. Der Vorgang gestaltet sich dabei wie folgt: Ich übernehme die Erstübersetzung auf Basis online verfügbarer Hilfsmittel wie beispielsweise Linguee oder DeepL. Diese leisten mittlerweile gute Dienste, ersetzen aber nach wie vor keinen professionellen Übersetzer. Mein Englisch reicht in jedem Fall aus, um grobe Schnitzer dieser Vorlage zu erkennen und auszumerzen. Aber im Detail muss auch ich mich auf „Insider“ berufen. In angesprochenen Ausnahmefällen hat das bisher ganz gut geklappt. Nichtsdestotrotz sollten Unternehmen immer abwägen, ob ein solches Vorgehen wirklich sinnvoll ist. Da eine Übersetzung und Korrektur in den eigenen Reihen immer mit Aufwand einhergeht, ist die Fremdbeauftragung am Ende meist doch die günstigere Variante.

Achja, dazu noch eine Anmerkung: Die vorangegangenen Ausführungen beziehen sich auf „englische“ Projekte. Sind weitere Sprachen im Spiel, kommen wir um Dienstleister keinesfalls herum.

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