Der Start ins neue Jahr ist für die Mehrheit der Auftakt in eine kurze Zeit, motiviert eigenen Schwachstellen die Stirn zu bieten und Veränderungen ins Leben zu lassen. Seit einigen Jahren schon gehe ich diesem Vorsatzgeplänkel erfolgreich aus dem Weg. Vorsätze sind für mich der Gesprächsstoff für den Jahreswechsel, damit man sich was zu erzählen hat. So pessimistisch ich auch darüber denke, dieses Jahr hat es mich zwischen Sektgläserklirren und Raketen-Glitzer-Rauchschwaden erwischt. Um Punkt Mitternacht war dieser Moment. Es wurde für einen kurzen Moment still um mich herum, nur leicht sickerten die lauten Neujahrsglückwünsche durch. In diesem Moment spürte ich, was ich verändern möchte, und wohin die Reise geht.

Während ich so dastehe, weihe ich niemanden in meine Gedanken ein und gebe mich stattdessen den Umarmungen hin. Ein paar Tage später wurde mir klar, dass es keine Vorsätze waren, die mich an jenem Abend packten. Schon vor einiger Zeit ging mir auf, dass ich im Augenblick mal wieder einen Rundumschlag brauche. Eine Erleichterung stellte sich ein. Zu wissen, dass es kein Vorsatz war, sondern die Zementierung dessen, was ich mir schon eine Weile in den Kopf gesetzt hatte, tat gut.

Die richtigen Vorsätze

Mittlerweile erlebe ich oft das Gefühl, es wird uns zugeredet, was ein guter Vorsatz zu sein scheint und wie er auszusehen hat. Sobald ich am Jahresanfang durch den Web-Dschungel klicke, bemerke ich unzählige Neujahrs-Phrasen über Diäten, Stressreduzierung und mehr Sport, Reisen, Hobbies und Leistungssteigerung. Dabei fällt mir auf, dass unsere Entscheidungen fundamental durch die Ansichten anderer beeinflusst werden. Wie fremdgesteuert entscheiden wir uns also hin und wieder für Dinge, die wir gar nicht von Herzen wollen. An diesem Punkt stellt sich für mich die Frage: Wie sollen wir Veränderungswünsche verwirklichen, wenn es nicht unsere eigenen sind?

Macht die Arbeit Spaß? Möchte ich mal wieder etwas Neues probieren, Tanzkurs vielleicht? Wie wär‘s mit einer neuen Sprache oder Umschulung? Wie wär’s mit einem neuen Instrument? Es ist sehr wertvoll, sich stets selbst zu hinterfragen – nicht nur zum Jahreswechsel –, um sich Neugier, Abenteuer und Herausforderungen im Alltag zu bewahren. Meine Einstellung zu Veränderungen sieht ein Ganzjahresprogramm vor. Nicht wortwörtlich. Es passiert einfach, je nachdem, wie ich mich fühle. Da es generell nicht zu meinen persönlichen Eigenschaften gehört, viele Jahre im Voraus zu planen oder auf den Punkt genau zu wissen, was ich will, bewahre ich mir meine Spontanität und stoße dadurch immer wieder neue Türen auf – Höhen und Tiefen eingeschlossen. Allerdings kann ich auch verstehen, warum Menschen Jahresvorsätze brauchen. Es ist ein wiederkehrender – quasi zur Gewohnheit werdender – Fixpunkt, um persönlichen Veränderungen eine Startlinie zuzuweisen.

Vorsätze im Horoskop

So uninteressant es auch für mich ist. Zum Jahresanfang gab ich mich einem beliebigen 12-Monatshoroskop hin, um zu schauen, inwiefern es meine Interessen widerspiegelt: Ehrlich gesagt, bin ich kein besonders großer Fan von Sterndeutungen. Ich glaube sogar, dass Horoskope gerissen formuliert sind, sodass sich fast jedes Individuum im Geschriebenen wiederfinden kann. Trotzdem: Als Löwin erfuhr ich, dass es im Job von Januar bis Februar ohne Probleme vorwärts geht, jedoch muss ich im März vorsichtig sein. Um alle Löwen, die das hier lesen zu beruhigen: Ab April soll es wieder aufwärts gehen und im Dezember schlägt sogar die Stunde der beruflichen Zukunft. Die Gesundheit hält sich die Waage und zur Liebe der Singles heißt es: Löwen können sich vor Flirtchancen kaum retten und es wimmelt nur so vor Bekanntschaften. Zudem tauchen in der Vorhersage auch die Tipps „auf Ernährung achten“ und „Bewegung fördern“ auf.

Spannender Einblick oder eher eine spekulative Vorahnung eines Redakteurs? Wie auch immer, hier steckt drin, worauf ich hinaus möchte. Durch das simple Lesen fühle ich mich in einigen Tatsachen bestätigt oder stelle mich auf diverse Zeiten ein. Ohne Grund. Und so verhält es sich häufig auch mit Vorsätzen und den vielen Onlineartikeln, Podcasts, Shows und Magazinen zu diesem Thema. Am besten findet man Vorsätze, Pläne, Träume und Neuerungen bei sich selbst. Viel Spaß beim Entdecken.

Mehr zum Horoskop: https://astrowoche.wunderweib.de/das-jahreshoroskop-2019-fuer-das-sternzeichen-loewe-8986.html


Dieser Post ist zur Abwechslung mal eine persönliche Variante – ich würde mich in den Kommentaren wirklich sehr über Ihr Feedback freuen.

Hier noch schöner Beitrag zum Thema: https://blog.press-n-relations.de/prakti-blog/klappe-die-2-und-mit-vollgas-ins-jahr-2017/