„Wir haben ja keine Themen“ – diesen Satz habe ich bereits so oft vernehmen müssen, dass ich mir am liebsten Ohropax in die Ohren schieben möchte, denn die Aussage wurde am Ende meiner Gespräche mit Kunden zum Social Media-Themenplan immer widerlegt. Dabei liegt die Problematik auf der Hand – der Alltagstrott vermindert stetig die Gabe, über den Tellerrand an täglichen Arbeiten hinauszuschauen und das eigene Unternehmen als Strauß aus bunten Themen für mögliche Projekte wahrzunehmen.

Bereits bei der täglichen Kaffee- oder Zigarettenpause müsste allen Beteiligten auffallen, dass es offenbar eine Menge Gesprächsstoff in und damit auch aus den Abteilungen gibt. Jede(r) berichtet über ein tägliches Feld an Themen. Und genau diese Inhalte können für einen Social Media-Auftritt genutzt werden. Das bedeutet, über die geradlinigen Wege der PR- und Marketingplanungen hinaus auch Elemente aufzugreifen, die andere Abteilungen eines Unternehmens betreffen. Natürlich müssen Produkte und ihre Features sowie Specials über Neuheiten integriert werden. Das sind allerdings die Themen, welche den regelmäßigen Ablauf der Social Media-Präsenz garantieren. Darüber hinaus sollten zusätzliche Inhalte platziert werden, die neben der persönlichen Note auch viele Informationen übertragen. Doch welche davon sollte man sich unbedingt zu Nutzen machen?

Neben Produktinformationen werden die Sozialen Netzwerke sehr gern für die Verbreitung von Neuigkeiten aus dem Bereich Human Resources genutzt. Neuzugänge oder aber auch Umbesetzungen geben einen Überblick über wichtige Ansprechpartner aus den Bereichen Leitung, Vertrieb und Marketing. Besonders gut kommen Beiträge von Auszubildenden oder Trainees an, denn durch sie positioniert man sich klar auf dem Arbeitsmarkt als Arbeitgeber. Das schafft Transparenz und gerade die persönliche Note, welche zum Bewerben anregen soll. Auch Messen, Kongresse oder Ausbildungsveranstaltungen können aufgegriffen und durch Specials länger gestreut werden. Das Verwenden von Hashtags von Veranstaltungen ist hier obligatorisch, da bei der Suche nach Inhalten auf diese Weise auch die von Unternehmen in der Resultatliste gefunden werden. Da jede Abteilung einen eigenen Fokus an Themen verfolgt, lohnt es sich, diese bei passender Gelegenheit ebenfalls in den Vordergrund zu rücken. Denn was wäre ein Produkt ohne die Masse an Wissen, welches investiert wurde? Auch externe Posten wie Architektur, Design oder PR, welche gerne ausgelagert werden, um die volle Bandbreite der Dienstleistung in Anspruch nehmen zu können, bieten zahlreiche Ansatzpunkte für Social Media.

Gerade im B2C-Bereich dürfen saisonale Begebenheiten, wie beispielsweise die Vorweihnachtszeit, nicht außer Acht gelassen werden. Aber auch hier gilt, das Zeitmanagement im Blick zu behalten und bei Gewinnspielen, virtuellen Adventskalendern oder Ähnlichem rechtzeitig zu planen. Hashtags können von Nutzen sein, um in verschiedene Stichwortlisten aufgenommen zu werden. Ein Stichwort wie #Gewinnspiel schadet jedoch eher. Denn oft wird danach nur zum Zwecke der Gewinnspielteilnahme gesucht, das Unternehmen dahinter interessiert nicht wirklich.

Humor gehört natürlich auch zu den Social Media und ist gerade auf Fanseiten gerne gesehen. Um aber nicht in ein Fettnäpfchen zu treten wie der bekannte Elefant im Porzellanladen, empfehle ich, das geplante Posting vorher einem Kollegen zu zeigen. Eine zweite Meinung gibt mehr Sicherheit und schadet nicht.

Man sieht, einmal etwas über den Tellerrand gelugt, geht ganz plötzlich das Licht an und es sprudelt nur so vor Ideen. Und wenn das nächste Mal die Themen ausgehen – was eigentlich unmöglich ist, denn Unternehmen entwickeln sich immer weiter –, empfehle ich Ihnen, die nächste Raucherpause dazu zu verwenden, die Kollegen auszuquetschen, was sie eigentlich gerade so treiben und warum ;).