So mancher deutscher Kollege schmunzelt schon mal, wenn ich mich als typische Wienerin am Telefon mit „Baba“ verabschiede. Und man glaubt es nicht, aber auch in der täglichen PR-Arbeit spiegelt sich der Sprachunterschied wider – obwohl ja beides eigentlich Deutsch ist.

Da korrigiere ich dann schon mal „Kasse“ und mache „Kassa“ daraus. Denn für Journalisten in Österreich wäre es ein No-Go, wenn ich ihnen einen Text mit „Kasse“ schicke. Ich dachte allerdings nicht, wie wichtig es wirklich ist, Deutsch richtig anzuwenden. Klingt etwas komisch, ja, aber es ist Tatsache, dass in Deutschland andere Wortformen, Zeiten etc. gebraucht werden als in Österreich. Und auch der Umgang mit Journalisten fällt anders aus.

Ich bin beim ersten Kontakt immer per Sie mit dem österreichischen Journalisten. Auch in einer E-Mail schreibe ich stets förmlich. Im Umgang mit einem deutschen Journalisten ist mir da letzte Woche Folgendes passiert: Ich bekam die Mail-Adresse eines Redakteurs in Berlin und benötige einige Infos von ihm bezüglich der nächsten Ausgabe.

Antwort

Ich war zunächst baff, bald war mir aber klar, dass das nun mal passieren kann. Auch gut, denke ich mir und mache es beim nächsten Kontakt genauso. In Österreich traue ich mich dies allerdings nicht. Zu groß ist die Gefahr, keine Antwort zu bekommen, da ich ja den Herrn Magister und die Frau Doktor beleidigen könnte.

Neben dem Beleidigen kommt dann noch die unterschiedliche Wortnutzung hinzu. Da gibt´s das „ss“ in der Schweiz, das prinzipiell immer und überall steht, wir wechseln da zumindest ab und nutzen auch das „ß“. Da stoße ich schon manchmal auf Verwirrung mit den Worten. Oder auch das klassische „weiters“ hat schon für die eine oder andere Frage meiner deutschen Kollegen geführt, was ich denn damit meine. In Deutschland gibt es das Wort nicht, dort verwendet man „des weiteren“. Tja, wir in Österreich sind halt schreibfaul, da packen wir gleich alles in ein Wort.

Neben der Wortnutzung achte ich auch bei Telefonaten mit wem ich spreche. Telefoniere ich mit einem oberösterreichischen Journalisten, lasse ich das Hochdeutsch weg und packe da schon mal den Dialekt aus. Ist einfacher und macht sympathischer. Beim deutschen Journalisten werde ich damit dann höchstens gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe.

Fakt ist: Als PR-Berater muss ich genau darauf achten, wohin meine Presseinfos gehen. Denn Deutsch ist nicht gleich Deutsch, wie ich gelernt habe. Und auch Journalist ist nicht gleich Journalist. Also lerne ich wienerisches, österreichisches und auch deutsches Deutsch. Mittlerweile bin ich schon mehrsprachig im Bereich der PR – ein Multitalent, kann ich fast von mir sagen.