Die vergangenen Jahre haben deutliche Veränderungen für die Medienwelt gebracht. Die Verbreitung von Informationen verlagert sich zunehmend von klassischen Printmedien hin zu Online- und Social-Media-Portalen. Besonders die Zielgruppe der unter 30-jährigen konsumiert vorwiegend Content aus dem Web, während die 30-Plus-Gruppe eher an gedruckten Medien festhält. In den USA beispielsweise genießen die Online-Medien – insbesondere Social Media – höheren Stellenwert als in Europa. Eine aktuelle Studie von Statista zeigt auf, wie die Digitalisierung den Medienkonsum und Journalismus verändert.

Tageszeitung bleibt on Top

Wenig überraschend ist, dass mehr als die Hälfte aller über 30-jährigen Deutschen an einen Fortbestand der klassischen Tageszeitung glaubt. Die jüngeren Befragten sehen eine baldige Ablösung durch Smartphone und elektronische Medien. Interessant ist, dass Fachmagazine weiterhin hoch im Kurs stehen. 53 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glauben an ihren Fortbestand; bei der Tageszeitung sind es immerhin 44 Prozent. Für die ältere Zielgruppe bleiben aber auch Regionalzeitungen und Magazine wichtig. Hingegen werden Print-Produkte wie Nachrichtenmagazine, Boulevardzeitungen oder Kundenmagazine – so alle Befragten – wahrscheinlich nicht überleben.

Automatisierte Online-News

Künstliche Intelligenz hält auch ins Mediengeschäft Einzug. Zwar meinen 45 Prozent der Deutschen, dass sich diese Technologie nicht durchsetzen wird. Gleichzeitig aber stehen 49 Prozent automatisierten Nachrichten, die über das Web verbreitet werden, skeptisch gegenüber. 28 Prozent lehnen diese Bot-News ganz ab. Nur drei Prozent erachten automatisierten Journalismus für sinnvoll. Das spiegelt sich in der Bewertung der Glaubwürdigkeit wider: 43 Prozent halten solche Meldungen für unglaubwürdig, und nur 18 Prozent glauben diesem Content. Daher wollen auch 91 Prozent eine Kennzeichnung von automatisiert erstellten Artikeln. Großes Gefahrenpotenzial birgt die Chatbot-Technologie, wenn Fake News oder Meinungen gezielt gestreut werden, etwa um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Medienkonsum im internationalen Vergleich

Interessant ist das Medienkonsumverhalten im internationalen Kontext. Gemäß einer Studie von Two Sidesaus 2017, die in Australien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Italien, Neuseeland, Südafrika, Spanien, UK und USA durchgeführt wurde, ist Print (noch) das beliebteste Format zum Lesen. Insgesamt bevorzugen 55 Prozent eine gedruckte Zeitung, während 27 Prozent Nachrichten auf dem PC und 17 Prozent auf dem Smartphone oder Tablet lesen. Spitzenreiter beim Print-Konsum ist Deutschland mit 64 Prozent, während etwa die USA mit 48 Prozent im Mittelfeld rangiert. Nur 38 Prozent der Südafrikaner geben an, Print-Produkte zu konsumieren.

Eine Branche im Wandel

Tatsache ist, dass die Printmedien-Branche mit dem digitalen Wandel vor großen Herausforderungen steht. So müssen etwa die sinkenden Druckauflagen durch neue Geschäftsmodelle – wie der Verkauf von Online-Zeitungs-Abos – kompensiert werden. Aber auch Messenger-Dienste und Podcasts drängen in den Markt. Aus sinnvollen Kombinationen von Online und Print können sich neue Möglichkeiten entwickeln, die ein Überleben der Verlage sicherstellen. Die großen Tageszeitungen haben dieses Potenzial längst erkannt und bieten ihren Content auch für Tablet, Smartphone und PC an. Die Zukunft der Medienlandschaft bleibt auf jeden Fall spannend …