Der Juni ist ein scheinbar idealer Monat, um auf das Thema Nachhaltigkeit einzugehen. Hitzewallungen, geschwollene Füße, Schweißtropfen auf der Stirn oder erste Erschöpfungserscheinungen nach jeder Bewegung – alles Anzeichen für die Hitzewelle, die uns seit ein paar Tagen deutschlandweit erreicht hat. Für die einen ist es zu heiß, für die anderen die perfekte Sommertemperatur und wieder für andere die Auswirkungen des Klimawandels.

Dass sich unser Verhalten im Umgang mit Ressourcen auf die Umgebung auswirkt, sind wohl kaum brandaktuelle News. Bekanntermaßen nehmen die Klimaerwärmung und das Artensterben ihren Lauf, langfristig gesehen ein ziemlich großes Problem, würde man meinen. Eines, dass sich nicht so schnell – mit Macht oder Geld – beheben lässt. Fakt ist, dass die Wirtschaft umdenken und unser unaufhörlicher Drang nach Konsum aufhören muss. Für die meisten ist das jedoch nicht selbstverständlich: „Ich soll auf mein tägliches Steak verzichten? Niemals!“ oder „Ein Auto bedeutet Freiheit“ – solche oder vergleichbare Aussagen lassen vermuten, dass umweltschonendes und nachhaltiges (persönliches) Verhalten nur spärlich beim einzelnen Anklang finden. Hierbei spielen der Einfluss von Wirtschaft, Politik und des Einzelnen eine wirklich wichtige Rolle. Wir möchten Ihnen anhand einiger interessanter Projekte zeigen, wer bereits wie umdenkt und handelt. Zusätzlich glänzen die Juni-Klicks mit neuen Infos zu YouTube und dessen Potenzial für Themenvielfalt aus Gesellschaft und Politik. Zudem erfahren Sie, ob künstliche Intelligenzen (KI) im modernen Recruiting Sinn machen und wie intelligente Chatbots bei der Personalsuche künftig eingesetzt werden können. Viel Spaß beim Stöbern und frohes Schwitzen.

Climate Change

Die Medien sind randvoll mit Themen rund um den Klimawandel und scheinbar richtungsweisenden Entscheidungen aus Wirtschaft und Politik. So gut das kurzfristig klingen mag, ein langfristiger Wandel findet ohne den Einzelnen nicht statt. Neue politisch-motivierte Bewegungen wie „Fridays for Future“ zeigen deutlich, dass die Ausbeutung unseres Planeten nicht mehr von der Gesellschaft und gerade der jungen Generation geduldet wird. Viele aus Wirtschaft, Gastronomie, Mode oder unterschiedlichen Communities setzen schon heute auf nachhaltige Konzepte, wobei ökologische und gemeinschaftliche Werte sowie die Erhaltung unseres Planeten sich als leidenschaftliche Motivatoren entpuppen. Im Folgenden nennen wir einige Beispiele von spannenden ‚pro Climate‘-Projekten weltweit.

Global Fashion Industry

Laura Kraup Frandsen hat am staatlichen Forschungsinstitut für Design und Fashion in London ihr Fashion-Studium erfolgreich abgeschlossen. Ihr Abschlussprojekt war jedoch alles andere als eine normale Kombination aus Modekollektion und Fashionshow. Sie inszenierte eine Protestshow, die den Überkonsum in Zeiten der Klimakrise dramatisch in Szene setzte. Während der Show „die-in“ protestierten junge Studenten still schweigend und auf dem Boden liegend, neben bunt gekleideten Models, die munter über sie hinweg spazierten. Hier geht’s zum Artikel: „There is no fashion on a dead Planet” says RCA grad who refused to make final collection”

Urban Gardening in Detroit

Im mittleren Westen der USA im Staat Michigan liegt die vom Verfall bedrohte Stadt Detroit. Die wirtschaftliche sowie berufliche Lage dort ist prekär und bietet seinen – überwiegend weit unter der Armutsgrenze lebenden Bewohnern – wenig Perspektiven. Seit Jahrzehnten verfällt die Stadt und nur Einwohner oder Unternehmer, die es sich leisten können, verlassen Detroit. Doch das ist nicht unbedingt eine schlechte Umkehr der Dinge. Viele abenteuerlustige Studenten, Musiker, Künstler oder Startups, aber auch Stadtfarmer, werden vom Zustand der Stadt angezogen. Detroit ist eine Art Zukunftslabor und bietet Möglichkeiten für neue gesellschaftliche Konzepte. Die Willerers beispielweise legen Gärten und Farmen in der ganzen Stadt an. Sie begrünen alte verlassene Straßen, sorgen für frische Lebensmittel, führen Menschen zurück zur Natur und bringen die Stadtbewohner zusammen. Langfristig gesehen führt das Konzept zu einem unabhängigeren Detroit, losgelöst von Wirtschaftsgiganten in Richtung Selbstversorgersystem. Lesen Sie den ganzen Beitrag dazu: „Gemüse statt Cadillac – Urban Gardening in Detroit

Lebensmittelverschwendung auf dem Niedergang

Berlin, Berlin – eine Stadt der Querdenker und Macher. Auch in Sachen Lebensmittelrettung bieten verschiedene Berliner Gastronomiekonzepte mögliche Alternativen zur Umkehr der überflüssigen Nahrungsmittelverschwendung. Überproduktion durch die weltweite Lebensmittelindustrie, die Entsorgung von vermeintlich abgelaufenen Produkten und unnötiges Wegwerfen in Restaurants oder privaten Haushalten sollen ein Ende haben. So hat es sich beispielsweise der Verein „Restlos Glücklich“ zur Aufgabe gemacht Nahrungsmittel, die durch Äußerlichkeiten vom Verkauf ausgeschlossen werden, von Konzernen und Supermärkten zu retten und zu verwerten. Um die Botschaft zu verbreiten bekochen sie nicht nur ihre Gäste im „Restlos Glücklich“ Lokal, sondern geben auch Kochkurse und bieten einen Cateringservice an. Weitere nachhaltige Ideen finden Sie unter: „Essen retten: Berliner Projekte gegen die Lebensmittelverschwendung

Kann Fleisch aus dem Labor die Umwelt entlasten?

In modernen Industrieländern gehört Fleisch zur täglichen Ernährung vieler Menschen, jedoch ist gerade dessen übermäßige Produktion ethisch und moralisch kaum noch vertretbar. Dass der Überfluss von Produkten allgemein abnehmen muss, liegt auf der Hand. Die Fleischproduktion ist dabei eine ernstzunehmende Umweltbelastung. Hier ist nicht die Rede vom Metzger um die Ecke, sondern von Massentierhaltung und der negativen CO2- oder Agrar-Belastung. Nicht zu vergessen wären da noch die schlechten Bedingungen der Tierhaltung und der Einsatz von Antibiotika, der auch auf uns Menschen Auswirkungen hat. Ohne die Menschen in ihrem Konsum einzuschränken, glauben Forscher, ein Mittel für die Zukunft zu kennen. Die Rede ist von Fleisch aus dem Reagenzglas. Das Biotech-Startup SuperMeat oder der Forscher Mark Post arbeiten intensiv an fortschrittlichen Lösungen, um sowohl die Fleischproduktion als auch die Zunahme des weltweiten Hungers einzudämmen. Problematisch ist bisher immer noch der Preis dieser ersten Laborfleischentwürfe, da ein Burger-Patty von Mark Post rund 331.000 US-Dollar kosten soll. Erfahren Sie mehr von Trends der Zukunft, unter „Zukunft der Ernährung: Fleisch aus dem Labor entlastet die Umwelt“.

Unternehmen wirtschaften nachhaltig

Angesichts des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und Umweltzerstörung gibt es auch Unternehmen, die das Rad in Richtung ‚nachhaltiges Handeln‘ herumreißen. Besonders KMUs sind die Antriebsfeder umweltschonender Handlungsweisen. Im Rahmen des ‚Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2019“ wurden Teilnehmer aus Wirtschaft, Kommunen und Forschung für ihre Leistungen in diesem Bereich prämiert. Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement ging an völlig unterschiedliche Akteure, die Sie unter nachhaltigkeitspreis.de einsehen können. Dazu sei gesagt, dass nur eingereichte Konzepte bewertet werden konnten. Viele bereits seit Jahren nachhaltig wirtschaftende Unternehmen stehen entweder nicht gern im Rampenlicht oder Ihnen ist dieser Preis schlichtweg unwichtig.

Wird YouTube jetzt zum politischen Informationsportal?

Nachdem der YouTube-Influencer Rezo im Vorfeld der Europawahl das Video „Die Zerstörung der CDU“ veröffentlichte, schlug das ein wie eine Bombe und löste eine breite politisch-motivierte Debatte in der Gesellschaft aus. Mittlerweile hat das Video die 15-Millionen-Marke geknackt und sprengt jedes zuvor inszenierte Musik- oder Comedyvideo des Influencers. Dadurch wurde sehr deutlich, welchen Einfluss YouTube-Stars auf die junge Generation haben und eben auch, welche Relevanz YouTube als Informationsportal für gesellschaftskritische Themen hat. Das hat der ‚Stern‘ erkannt und nutzt YouTube fortan für Online-Debatten. In „Diskuthek“ treffen verschiedene Gäste aufeinander, um über aktuelle Sachlagen zu diskutieren. Ob sich das Format langfristig bewährt und was aus YouTube wird, bleibt abzuwarten. Mehr zum neuen Debattenformat des Sterns erfahren Sie unter horizont.de.

Künstliche Intelligenz im Recruiting

Eine Maschine ist emotionslos, das ist bei Robotern nicht anders. Doch bleibt das so? Werden Maschinen irgendwann so programmiert, dass sie Emotionen täuschend echt wiedergeben können und lernen sie vielleicht, sich selbstständig zu optimieren, um noch echter zu sein? Diese technischen Visionen ähneln einem Science-Fiction-Drehbuch und sind gar nicht mehr so weit weg von der Realität. Anja Michael, Vice President Global Human Resources bei Avira, macht den Selbstversuch und testet einen Recruiting-Roboter. Sie betrachtet die Hochleistungs-Chatbots (KI) als nützliche Helfer für das Personalmanagement. Er hilft, viele Kandidaten gleichzeitig zu interviewen, während das Unternehmen mit weniger Aufwand Kosten sparen kann. Aber sehen Sie selbst, was Anja Michael zu sagen hat, unter „Die letzte Entscheidung trifft immer der Mensch“.