Facebook-User kennen sie: „Je mehr Menschen getestet werden, desto höher ist der Inzidenzwert.“ Oder: „Die Spanische Grippe überlebten nur die Ungeimpften.“ Immer wieder erscheinen solche pathetischen Aussagen auf der Timeline – abwechselnd mit den nutzlosen Tipps, wie man die Algorithmen von Facebook umgeht. Das ist nicht nur nervig, in nahezu allen Fällen sind die Informationen auch grundlegend falsch. Nun kann man die Freunde, die permanent solche Dummheiten teilen, liken oder gar selbst posten, einfach löschen, blockieren oder bei Facebook direkt melden. Wer es gar nicht mehr erträgt, kehrt der Plattform sogar komplett den Rücken. Ich gebe zu, auch ich stand in den letzten Monaten schon oft knapp davor, meinen Facebook-Account zu löschen. Letztendlich bin ich diesen Schritt dann aber doch nicht gegangen. Auch, weil ich der Meinung bin, dass wir alle Fake-News entschieden mit Fakten entgegentreten müssen. Das richtige Werkzeug dazu gibt es im Netz bereits seit Jahren.

Aufklären und Informationen zur Verfügung stellen

Ja, es gibt die Unverbesserlichen, die jede Diskussion mit noch mehr blödsinnigen – aber in ihren Augen wahren – Argumenten zur Farce werden lassen. Aber es gibt auch die, denen es überhaupt nicht klar ist, wie sie manipuliert werden. Darum bin ich mittlerweile dazu übergegangen, eine vernünftige und gut recherchierte Gegendarstellung zu schicken – privat per Messenger, um niemanden bloßzustellen. Unglaublich hilfreich ist dabei die Website MIMIKAMA. Seit 2011 stemmt sich der österreichische Verein „Wir sind Mensch“ mit einem Team ehrenamtlicher Mitarbeiter konsequent gegen Falschmeldungen, stellt verdrehte und aus dem Zusammenhang gerissene Inhalte klar, warnt vor falschen Gewinnspielen und hilft bei Nutzerproblemen. Dafür arbeitet MIMIKAMA mit Facebook, Polizeistellen, BKA und LKA zusammen – länderübergreifend und unabhängig. Die Arbeit finanziert sich ausschließlich durch Spenden und die Vermarktung von Werbeplätzen. 

Die echten Fakten einfach per Link teilen

Wer falsche Behauptungen widerlegen möchte, muss Tatsachen recherchieren. Das ist zeitaufwendig und nicht immer einfach. Diese Arbeit nimmt einem das MIMIKAMA-Team jedoch vollumfänglich ab. Kettenbriefe über WhatsApp, Politiker-Bashing auf Facebook oder die neusten Phishing-Mails und Hoaxes: Es gibt kein Thema, das auf der Website der Österreicher nicht schon gründlich aufbereitet zu finden ist. Für mich bedeutet das: Ich verschicke den Link zum Artikel auf MIMIKAMA und weise freundlich darauf hin, dass die Aussage nicht korrekt ist. In der Regel sind die Reaktionen positiv und die geteilten Fake-News danach auch gelöscht. Wenn diese Person dann bei der nächsten falschen Meldung in der eigenen Timeline ebenso reagiert, werden solche Verbreitungs-Ketten hoffentlich doch irgendwann unterbrochen. Es ist wirklich einfach, in wenigen Minuten erledigt und ich glaube, auch einen Versuch wert.

Diskutieren statt still ärgern

Die Diskussion ist ein wichtiger Bestandteil der Demokratie und auch wenn einem die Meinung des anderen nicht gefällt: Er hat ein Recht darauf. Wer jedoch bewusst Lügen verbreitet, dem muss klar und deutlich widersprochen werden, unabhängig ob im privaten Gespräch oder in der Social Media-Community. Halten wir uns doch einfach an die Worte des Philosophen Francis Bacon: „Das Argument gleicht dem Schuss einer Armbrust – es ist gleichermaßen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.“