Seit einem Jahr sind wir im Pandemie-Modus. Seit einem Jahr gibt es keine Messen, kaum Kunden-Events und kaum „echte“ persönliche Treffen. Stattdessen Zoom, Teams, Webex, und ja: das gute alte Telefon. Keine Sorge, ich werde jetzt nicht weiter lamentieren. Ich bin dankbar und froh, dass wir dank Video-Technik im Großen und Ganzen unser PR-Tagesgeschäft fortführen können. Wir können weiter über die neuen Produkte, Services und Kooperationen unserer Industrie-Kunden berichten. In meinem Fall geht es um Logistik-PR und unsere Kunden aus der Logistik und Nutzfahrzeug-Industrie. Und doch drängt sich für mich die Frage auf: Wie lange können wir diesen „Not-Modus“ noch aufrechterhalten? Gibt es ein Zurück zur Prä-Pandemie-Kommunikation, wenn Herdenimmunität erreicht ist? Oder wird sich auch die B2B-Kommunkation dauerhaft verändern?

Technik zum Anfassen geht nicht über Web-Meetings

Eines steht für mich fest: Das „Business as usual“ funktioniert in der Logistik-PR mit den meisten unserer Kunden deshalb weiterhin so gut, weil das persönliche Gespräch für uns immer schon einen großen Stellenwert hatte. Vor der Pandemie haben wir unsere Kunden regelmäßig besucht. Bei einem guten Kaffee haben wir uns über die neuesten Entwicklungen im Unternehmen und in der Branche ausgetauscht. Und danach die Werkstatt, den Fuhrpark oder das Warehouse besucht, um vor Ort z.B. die neuesten Elektro-Fahrzeuge oder die robotergestützte Lagerlogistik-Technik anzuschauen. Technik zum Anfassen und Ausprobieren – das geht nur vor Ort und nicht über Teams und Zoom-Konferenzen.

Besuche vor Ort haben hohen Stellenwert

Diese regelmäßigen persönlichen Treffen stärken die Bindung zwischen PR-Dienstleister und Kunden. Und von diesen vielen persönlichen Gesprächen und Vor-Ort-Besuchen bei unseren Kunden im Betrieb zehren wir heute im „Home-Office-Modus“. Denn auch wenn wir die neuesten Projekte nicht vor Ort begutachten können, so können wir uns die technischen Neuerungen im Anwendungsumfeld zumindest vorstellen. Deshalb lohnt es sich für Kommunikatoren, wann immer möglich, Zeit in „Kaffee trinken“ und persönlichen Austausch beim Kunden zu investieren. Und deshalb hoffe ich, dass wir mit unserer Impfstrategie in diesem Jahr trotz aller Anlaufschwierigkeiten Erfolg haben werden. Der Gedanke, dass wir ab Herbst zumindest kleinere Präsenz-Treffen haben werden, lässt mich die Härten der Pandemie besser ertragen. Ja, ich wünsche mir ein „back to normal“. Auch wenn wir gelernt haben, dass nicht jedes Meeting in Präsenz erfolgen muss. Aber es macht einfach mehr Freude und stärkt die Bindungen. Denn wie jedes Beratungs-Business funktioniert auch Logistik-PR nicht zwischen Firma A und B, sondern von Mensch zu Mensch.