Das Thema „Influencer“ wurde hier im Blog schon einige Male unter unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachtet. Im nachfolgenden Beitrag kommt nun auch die Sichtweise der Unternehmensseite zur Sprache: Was gilt es dabei zu beachten bzw. zu vermeiden, damit beide Seiten etwas davon haben?

Noch eine kurze Info vorab: Ich folge dem originalen Verfasser der folgenden „Elf Dos and Don‘ts für Influencer“ privat auf Twitter und habe sein Einverständnis dafür erhalten, die folgenden Hinweise sowie Tipps veröffentlichen zu dürfen – allerdings ohne Nennung seines echten Namens oder der Brand.

(Zitat)
Als jemand, der hauptberuflich entscheidet, welche ‚Influencer‘ Produktproben kostenlos zugeschickt bekommen, kommen hier mal ein paar Hinweise an alle, die sich als ‚Influencer‘ sehen (wollen). /Thread

Tipp 1:
Ich (Die Firmen) sind nicht komplett bescheuert. Wenn ihr euch Follower und Likes kauft, sieht man das.

Tipp 2:
Wenn ihr im ersten Kontakt direkt eure (Liefer)Adresse mitschickt, könntet ihr das perfekte Match sein für uns – und ich würde euch wegen der Dreistigkeit trotzdem nichts geben.

Tipp 3:
Wenn ich nachfrage, welches Produkt euch interessiert und ihr direkt oder passiv-aggressiv die teuerste Kombination, die wir verfügbar haben, wollt: forget it.

Tipp 4:
Ich merke sofort, ob ihr euch wirklich für unsere Marke interessiert oder denselben Copy-Paste-Text an 100 Firmen schickt. Ja, sogar, wenn ihr unseren Namen einfügt…

Tipp 5:
Denkt langfristig und nicht raffgierig short-term. Wenn ihr erst kleine Produkte bewerbt und das richtig gut und liebevoll, entsteht eine langfristige Beziehung, die sich für alle lohnt. #Symbiose

Tipp 6:
Ihr müsst keine 100.000 Follower haben, um für eine Firma interessant zu sein. Seid unique, seid ein Charakter, dann können auch 150 Follower reichen (z.B. wenn die Firma eure Bilder selber benutzen darf).

Tipp 7:
Vergesst mit dem ‚Erfolg‘ nicht, wo eure Wurzeln liegen. Wer anfangs Leute begeistert hat und irgendwann mit kommendem Erfolg in jedem zweiten Beitrag ein Produkt in die Kamera hält, ist weder für neue Follower noch für smarte Firmen interessant.

Tipp 8:
Wartet nicht darauf, gefunden zu werden. Traut euch (auch, wenn ihr noch nicht viele Follower habt), Firmen zu kontaktieren. Natürlich im besten Fall solche, die zu eurer Online-Präsenz passen. Kleinere Firmen sind oft offener gegenüber ‚Micro-Influencern‘ als Big Player.

Tipp 9:
Überdenkt Partnerschaften mit Firmen. Wenn ihr euch zu schnell an zu viele Firmen bindet, hinter denen ihr nicht wirklich steht oder die keinen guten Ruf genießen, könnte das Kooperationen mit euren Love Brands verhindern.

Tipp 10:
Setzt euch mit der Firma auseinander. Wenn ich schon im Erstkontakt sehe, dass jemand unsere Brand und das wofür wir stehen (wollen) verstanden hat, ist das oft schon die halbe Miete.

Tipp 11:
Wenn ihr Produkte testen (oder sogar bezahlte Werbung machen) wollt, muss euer Profil auch ein Gesamtbild abgeben, in dessen Kontext Firmen sich sehen möchten. Je klarer eure Zielgruppe ist, umso interessanter seid ihr für Firmen, die diese für sich gewinnen möchten.
(/Zitat)