In letzter Zeit gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass Mobilität ohne das „E-“ davor nicht mehr der Rede wert ist. Alle Welt spricht nur noch von E-Rollern, E-Scootern, natürlich von E-Bikes oder auch von E-Cargobikes, die Logistikdienstleistern für die Verteilung von Gütern innerhalb der Stadt nutzen. Bei einem Streifzug über die Eurobike verstärkt sich dieses Gefühl.

Seit Anfang 2018 unterstütze ich die ANSMANN AG bei der PR für den Geschäftsbereich „E-Bike/E-Mobility“. Natürlich hat dies meinen Blick auf das „E-“ davor verändert und ich schaue genauer hin, wenn ein Zweirad der oben genannten Kategorien an mir vorbeifährt. Vor ein paar Tagen fand in Friedrichshafen die Eurobike statt. Ich habe nach den Pressegesprächen am ANSMANN-Stand geschaut, welche Neuheiten die Branche präsentiert. Seit die E-Scooter nun offiziell auf deutschen Straßen und Radwegen fahren dürfen, stehen sie im Zentrum der Medienberichterstattung. Kein Wunder, denn wo etwas in der Öffentlichkeit noch nicht erprobt ist, prallen verschiedene Befindlichkeiten aufeinander und jeder hat eine Meinung. Auf der Messe wurden natürlich verschiedene Konzepte für diese neue Art der Fortbewegung vorgestellt. Vor allem zogen aber die E-Bikes meine Aufmerksamkeit auf sich und das Feuerwerk an ausgestellten Neuheiten hinterließ bei mir den Eindruck, dass wir künftig nicht mehr ohne E-Antrieb unterwegs sein werden. Das „E-“ macht Mountainbikes zu Kraftprotzen, Rennräder zu leistungsstarken Straßenmaschinen und Citybikes zu begehrenswerten Must-haves für Trendsetter. Ein Fahrrad nur mit Muskelkraft anzutreiben: irgendwie oldschool.

„E-“ in geheimer Mission

Neben dem Komfort und den neuen Möglichkeiten, die ein E-Bike eröffnet (dank der E-Mountainbikes werden auch weniger Ambitionierte wie ich zur Bergziege) trägt aus meiner Sicht auch die Weiterentwicklung der Akkutechnologien, der Antriebstechnik und des Rahmendesigns zur steigenden Beliebtheit bei. Vielen der Messeexponate sieht man das „E-“ nämlich auf den ersten Blick nicht mehr an. Und auch wenn dies momentan hauptsächlich bei den hochpreisigen Modellen der Fall ist, kann ich mir gut vorstellen, dass es früher oder später keine unschön auf dem Rahmen befestigte Akkus mehr geben wird.

„E-“ für heavy duty

Ganz in der Nähe des ANSMANN-Stands zeigen die Anbieter von E-Cargo-Bikes wo die Reise hingeht. Die Spielarten auf den Ständen sind dabei so vielfältig wie die Einsatzbereiche: Vom Lasten-E-Bike im Retro-Look bis zur vermutlich nicht ganz ernst gemeinten Visualisierung eines möglichen Aufbaus ist alles dabei. Im Hinblick auf Diesel-Fahrverbote, Fachkräftemangel und verstopfte Straßen in den Städten haben E-Lastenräder ein großes Marktpotenzial. Vor allem, da sie derzeit nur ein Prozent des City-Lieferverkehrs ausmachen, wie mein Kollegen Bruno Lukas in seinem Beitrag über die Herausforderungen der Urbanen Logistik. Er zitiert dabei Professor Dr. Uwe Clausen, Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik.

Dies und das auch ohne „E-“

Natürlich gab es auf der Eurobike viele weitere Fahrradnahe-Produkte mit und ohne „E-“ zu entdecken. Auf meinem Streifzug über die Messe blinkten mich Fahrradhelme an (praktisch: ja, schön: nein!), beleuchtete Sattelstützen (statt Rücklicht) zogen meinen Blick auf sich. Ein wasserabweisender Overall, der sich im Handumdrehen in einen Parka verwandeln lässt, wollte mir das Radfahren bei Regen schmackhaft machen. Zu meinem Glück kann man auf der Eurobike nur „gucken“ und nicht „shoppen“. Sonst wäre ich vermutlich am Ende zwar nicht mit einem E-Bike, aber sicher mit Taschen, Lichtern oder sogar einer eleganten Tracking-Uhr nach Hause gefahren.