„Von Stuttgart über München und Nürnberg nach Berlin und wieder zurück“ – so habe ich vor fast genau einem Jahr meinen Blogbeitrag über das Messejahr 2019 des Berliner Büros von Press’n’Relations begonnen. Nicht einmal zwölf Monate später erscheint dieser Satz wie aus der Zeit gefallen. Die Leistungsschauen, die in diesem verrückten Jahr 2020 stattgefunden haben, sind an einer Hand abzuzählen und gingen noch vor März über die Bühne. Was folgte, war ein zuvor nicht vorstellbarer Lockdown und die Arbeit im Homeoffice.

Fast alle Leitmessen wurden abgesagt oder in den digitalen Raum verschoben

Das Transportmittel der Zukunft? Lastenräder auf der Hypermotion 2019. (Quelle: Bruno Lukas)

Die Logimat im März in Stuttgart, die wir für die Akquise nutzen wollten, wurde abgesagt und ist bereits auf Juni 2021 verschoben. Die IAA Nutzfahrzeuge im September in Hannover wurde ersatzlos gestrichen. Sie findet aufgrund des zweijährigen Rhythmus frühestens 2022 wieder statt. Die Organisatoren der Transport Logistik gehen mit viel Hoffnung und einem überarbeiteten Konzept davon aus, dass die Münchner Messe im Mai nächsten Jahres ihre Tore für die Besucher öffnen kann. Der Deutsche Logistik Kongress Mitte Oktober in Berlin war als Präsenzveranstaltung geplant, wurde dann aber kurzfristig in den virtuellen Raum verschoben.

Die Gesundheit steht im Vordergrund

So schade jede Absage auch ist, so verständlich ist sie aufgrund der wieder steigenden Infektionszahlen in Berlin und deutschlandweit. Die Gesundheit aller Beteiligten steht selbstverständlich an erster Stelle. Auch wir im Berliner P’n’R-Büro haben uns den Gegebenheiten angepasst und von März bis Mai hauptsächlich nur in Wechselschichten im Büro gearbeitet. Treffen mit Kunden fanden ausschließlich digital statt. Im Sommer freuten wir uns, endlich wieder einige wenige Besuche wahrnehmen zu können. Die Freude darüber währte jedoch nur kurz. Inzwischen gehören Wechselschichten wieder zu unserem und dem Alltag der Kollegen in der Ulmer Zentrale. Dabei fehlt mir meine morgendliche Fahrradtour nach Berlin Mitte genauso wie der persönliche Austausch mit unseren Kunden und Partnern. Aber ich bin zuversichtlich, dass dies alles wiederkommt.  

Viele digitale Angebote sind lohnenswert

Im Rückblick fragt man sich sicherlich immer, ob 2020 in jeglicher Beziehung ein verlorenes Jahr war? Mitnichten. Ich denke, dass wir uns wieder mehr auf das Wesentliche konzentriert und auch mal hinterfragt haben, was wirklich notwendig und wichtig ist. Hinzu kommt, dass die Not auch erfinderisch macht. So gab es beispielsweise ganz pfiffige Digitalformate wie die Plattform nfz-messe des Huss Verlags. Auf dieser digitalen Plattform konnten sich Unternehmen virtuell präsentieren und Messebesucher einen virtuellen Rundgang unternehmen. Dabei hatten die Aussteller die Möglichkeit, live Webinare anzubieten und Videos zu streamen. Vor allem für den florierenden KEP-Markt war es ein erfolgreiches Jahr. Die Gründe hierfür sind die enormen Wachstumsraten im Online-Handel, insbesondere auch in der Lebensmittelbranche, und der steigende E-Commerce. Nach Schätzungen verdoppeln sich die Paketzustellungen bis 2025. Davon profitieren auch zwei unserer Kunden, die wir von Berlin aus betreuen.

Messen als Präsensveranstaltungen gibt es erst im kommenden Jahr wieder. Bildquelle: Bruno Lukas

Was bleibt? Was kommt?

Wir im Hauptstadtbüro hoffen sehr, dass wir im kommenden Jahr wieder Veranstaltungen und unsere Kunden in deren Arbeitsumfeld besuchen können. Neben den Messen und Kongressen gibt es in Berlin viele neue Konzepte wie Mobility Summits oder Mobility Bar Camps, die vor allem Start-ups eine Plattform bieten, sich zu vernetzen und ihre Produkte vorzustellen. Auch dies Events fehlten 2020 komplett in unserem Veranstaltungskalender. Es wäre ein Trauerspiel, wenn diese Veranstaltungskultur verloren ginge, da viele dieser Mobilitäts-Start-ups das Potenzial haben, den Verkehrssektor in Richtung nachhaltige, „grüne“ Logistik zu revolutionieren. Diese ist nun mehr denn je vonnöten.

Viele Veranstaltungen sind nach wie vor fraglich

„Besonders freuen wir uns am Ende des Jahres auf die Hypermotion in Frankfurt“ – mit diesem Satz endete mein Beitrag im vergangenen Jahr. Ich kann ihn wortwörtlich übernehmen. Allerdings ist auch diese Messe in dieser Woche in den virtuellen Raum verschoben worden. Die Fachausstellung mit ihren begleitenden Konferenzen und Workshops Mitte November findet auch nur digital statt. Unter anderem ist Edward Snowden unter den Gastrednern.