Am 1. Juni ist es aller Wahrscheinlichkeit nach so weit: Das 9-Euro-Ticket kommt. Die Flatrate zur Benutzung aller ÖPNV-Angebote, wie Regionalexpress (RE), Regionalbahn (RB), U-Bahn, S-Bahn, Bus und Tram, wird ab dem 23. Mai buchbar sein. Ich freue mich darauf. Irgendwie. Denn es gibt dabei einige wenige Punkte zu beachten.

Ich gehe hier nicht auf die Details rund um die Buchung etc. ein, dafür hat die Bahn eine schöne Informationsseite ins Netz gestellt. Als langjähriger Bahnpendler mit zig Entfernungskilometern auf der Schiene – in der Regel fahrend, oft schleichend und zunehmend stehend – blicke ich da nur etwas anders darauf.

9 Euro nicht erst ab 9 Uhr

Der Preis von 9 Euro ist natürlich unschlagbar, aber auch das mit der zweiten 9 zur Gültigkeit an sich muss erwähnt werden: Denn das Ticket gilt unter der Woche rund um die Uhr und nicht erst ab 9 bis 3 Uhr, wie bei den diversen Ländertickets mit ähnlichem Leistungsumfang. Das heißt, dass viele Pendler mit dem 9-Euro-Ticket auch schon in der Früh zur Arbeit fahren können. Es wird sicherlich eine Vielzahl von Umsteigern geben, die ihren PKW stehen lassen und – vielleicht zum ersten (und letzten) Mal – mit dem ÖPNV fahren. Wer also reine „Spaßfahrten“ plant, sollte die Züge am frühen Morgen und späten Nachmittag zur Feierabendzeit tunlichst meiden. Denn die Verkehrsmittel werden vielleicht etwas voller sein als sonst. Und nein, im Nahverkehr können keine Sitzplätze reserviert werden.

Maskenpflicht und der Sommer an sich

Nicht vergessen: In allen Zügen gilt noch die Maskenpflicht, je nach Bundesland sind sogar FFP2-Masken vorgeschrieben. In der Praxis interessiert das leider so manchen Mitfahrer wenig, viele Masken werden falsch getragen oder nur dann, wenn ein Bahnmitarbeiter kommt. Richtige Kontrollen finden kaum statt. Zur Maskenpflicht kommen noch die ohnehin schweißtreibenden Sommermonate Juni, Juli und August. Die Klimaanlagen in Zügen verrichten zwar meist zuverlässig ihren Dienst und sind unveränderbar auf die mollige Temperatur einer Tiefkühltruhe eingestellt, können aber auch ausfallen – und frischen Fahrtwind durch geöffnete Fenster gibt es nicht.

Überall hin – oder besser doch nicht?

Als ich das erste Mal vom 9-Euro-Ticket hörte, war meine spontane Idee: „Klasse, dann fahre ich mal wieder an den Bodensee.“ Dann fiel mir ein, dass beliebte Ausflugsziele wie diese sicherlich auch von anderen angepeilt werden. Beim genannten Beispiel weiß ich, dass es insbesondere bei Radfahrern beliebt ist. Diese nehmen mit ihren Drahteseln natürlich noch mehr Platz im Abteil weg. Während es auf der Hinfahrt meist noch irgendwie geht, sind die Züge auf dem Rückweg oft überfüllt. Alternativ gibt es auch einige interessante Ziele für Spontanfahrten in die Gegenrichtung, wie etwa von Süddeutschland aus nach Berlin (rund zehn Stunden) oder gleich nach Sylt (knapp 16 Stunden) ;-).

Insgesamt günstiger und sorgenloser reisen

Wer nicht das Glück hat, in einer Stadt mit ICE-Anbindung zu wohnen, muss zwangsweise mit einem ÖPNV-Verkehrsmittel anreisen. Mit dem 9-Euro-Ticket ist das kein Problem: einfach in den nächsten Bus oder die nächste Straßenbahn ein- und dann umsteigen. Zudem kann die Reise auch erst ab der ICE-Verbindung gebucht werden, was zusätzlich den einen oder anderen Euro spart. Selbst wer innerhalb Deutschlands mit dem Flugzeug reist, kommt um den Ticketkauf für die Reise zum und vom Flughafen ans Ziel herum: Das 9-Euro-Ticket gilt ja bundesweit.