„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“

Hermann Hesse hat gut reden. Weihnachten und die Zeit zwischen den Jahren, Sylvester, Neujahr und die zusätzlich als Urlaub zu nutzenden ersten Jahrestage vor dem 06. Januar – vorbei, vorbei, vorbei! Die Geschenke sind ausgepackt, im Gebrauch oder bereits umgetauscht. Auch die Halbwertzeit von Respekt, Wohlwollen und Toleranz inmitten familiärer Bande ist mitunter ausgereizt. Der Blick auf die Waage verrät die erfolgreiche Transformation von Braten und geistreichen Getränken zu prosaischem Körpergewicht. Und nach erfolgreichen Böllerausweichmanövern und neujahrsbedingtem Zuprosten sind auch verschiedene Katerheilungsprozeduren mehr oder wenig erfolgreich durchlitten worden. Selbst jene Tage vom 2. bis 6. Januar, die ich gerne als „leere Tage“ bezeichne und in denen ich am liebsten nur wohne – herum, vergangen, passé …

Und nun sitze ich wieder am Schreibtisch. Der Sprung vom Laissez-faire zum strukturierten Arbeiten inmitten eines engen Zeitkorsetts fällt wohl jeder bzw. jedem Arbeitstätigen nicht auf Anhieb leicht. Meine viel zu kurze Vorbereitung: Auf dem Weg ins Büro schätze ich schon mal vorab das E-mail-Aufkommen und die Höhe des sich türmenden Zeitschriftenstapels. Und ich hoffe, dass keine dringenden Anfragen das Abtragen dieser Wort-Berge verzögern.

Strategien zur Schockvermeidung am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub finden sich im Internet zuhauf. Arbeits-Junkies wird empfohlen, schon mal die E-mails zwischenzeitlich abzufragen, um sie der Wichtigkeit vorab zu gliedern. Anderen wird geraten, im Text des Abwesenheits-Agenten erst den zweiten Arbeitstag als Wiederaufnahme der Tätigkeiten kundzutun – so bleibt am ersten Zeit zur Orientierung und Vorbereitung. Eine andere Taktik ist, den ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, in der Regel ein Montag, einfach auf den Dienstag zu legen. So lässt sich das eigene Feriengefühl über das Wochenende hinaus verlängern. Außerdem erscheint die Restwoche beim Wegfall des Montags deutlich kürzer und – überhaupt – die Kollegen sind am Dienstag doch deutlich besser gelaunt als an einem Montag.

Diesen Ratschlag hätte ich auch gerne beherzigt. Aber der Abgabetermin für diesen ersten Press’n’Relations-Blog 2018 steht an. Also ab ins Büro, um den ersten Entwurf zu verfassen! Danach dann die dringenden Rückrufe und E-Mails und Medien … – Die Mühle der Routine hat mich wieder.

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