Es begann mit einer Straßenbahn und endet längst nicht mit den fünf kleinen Steinen aus dem Ulmer Geburtshaus von Albert Einstein, die seit Dezember 2020 die Wände unserer Büros in Ulm, Berlin, München, Wien (und irgendwann auch wieder Zürich) zieren. Im Gegenteil: Die Geschichte fängt gerade erst an. Mit unserer diesjährigen Weihnachtsspende unterstützen wir ein Projekt, das in ein paar Jahren Leuchtkraft weit über Ulm hinaus entwickeln wird: das Albert Einstein Discovery Center Ulm. Auch Sie können dabei mithelfen, dazu später mehr …

„Damit der Zug nicht an Ulm vorbeifährt“

Dieser Spruch ziert seit Anfang des Jahres eine Ulmer Straßenbahn und brachte uns erstmals mit dem Projekt des Albert Einstein Discovery Centers Ulm in Verbindung. Unser Kunde, die Wilken Software Group, hatte die Beklebung der Straßenbahn gesponsert, mit der auch das Fundraising-Projekt „Ein Stein für Einstein“ beworben wird. Der Start dieser Straßenbahn stieß auf ein breites Medieninteresse und sorgte auch bei den Ulmer Bürgern für große Aufmerksamkeit. Für uns hatte diese Aktion ernste Konsequenzen, denn nur wenige Wochen nach dem Straßenbahnstart wurde ich zum ehrenamtlichen Pressesprecher des Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V.

Der Ulmer Albert Einstein

Geboren wurde Albert Einstein am 14. März 1879 in der Ulmer Bahnhofstraße. Schon kurz nach seiner Geburt übersiedelte die Familie nach München. Doch Ulm blieb für Einstein eine wichtige Station seines Lebens. „Die Stadt der Geburt hängt dem Leben als etwas ebenso Einzigartiges an wie die Herkunft von der leiblichen Mutter. Auch der Geburtsstadt verdanken wir einen Teil unseres Wesens. So gedenke ich Ulm in Dankbarkeit, da es edle künstlerische Tradition mit schlichter und gesunder Wesensart verbindet“, sagte er später. Sein Geburtshaus wurde in den Bombennächten des zweiten Weltkriegs völlig zerstört und später überbaut. Erst als die Großbaustelle für die Sedelhöfe begonnen wurde, dem neuen Eingangstor der Ulmer City gegenüber dem Hauptbahnhof, kamen die Kellermauern und Fundamente wieder zum Vorschein. Denkmalschützerischen Wert hatten die Mauern nicht. Dennoch wurden sie geborgen und auf einem Ulmer Bauhof in Sicherheit gebracht.

Ein Idee wird geboren

Die US-amerikanische und in Ulm lebende Physikerin Dr. Nancy Hecker-Denschlag (auf dem Bild oben rechts) hatte schon länger die Idee, dem berühmtesten Physiker der Welt in seinem Geburtsort mehr Geltung zu verschaffen. In der Diskussion mit anderen begann die Idee von einem ‚Discovery Center’ mitten in Ulm Gestalt anzunehmen. Kein Museum im althergebrachten Sinn, sondern ein „Entdeckungszentrum“: Neben dem Leben Albert Einsteins sollen dem Center zwei weitere Schwerpunkte Leben einhauchen. Zum einen ein Science Center mit zahlreichen Experimentierstationen, über die Besucherinnen und Besucher durch eigenhändiges Ausprobieren naturwissenschaftliche und technische Phänomene verstehen lernen. Zum anderen eine Technologieausstellung, die klar macht, welche der heute selbstverständlichen Technologien es ohne die Erkenntnisse Albert Einsteins nie gegeben hätte – vom Laser bis hin zum GPS.

Ein Stein für Einstein

einstein.rocks – die künftige Adresse der englischsprachigen Crowdfunding-Home sagt alles über die Begeisterung aus, mit der die inzwischen mehr als 700 Vereinsmitglieder ihre Sache vorantreiben. Das Besondere: Es ist eine echte Bürgeraktion, wie sie in Ulm Tradition hat. Schließlich wurde auch das Ulmer Münster die (noch) höchste Kirche der Welt, ausschließlich durch die Ulmer Bürger initiiert und vor allem auch finanziert. Und nicht nur die Christen: Zum 500. Jubiläum der Grundsteinlegung des Münsters im Jahr 1877 stifteten die Mitglieder der Synagogengemeinde von Ulm, zu der auch der Vater Albert Einsteins gehörte, die Statue des alttestamentlichen Propheten Jeremia, der einzigen Statue mit verhülltem Haupt in diesem Gotteshaus. 

Beim Ulmer Albert Einstein Discovery Center darf nun die ganze Welt helfen. Im Rahmen der Crowdfundig-Aktion „Ein Stein für Einstein“ werden in den kommenden Jahren 1 Million kleiner Steine verteilt, die aus den Originalen des Einstein‘schen Kellers geschnitten werden. An jeden Spender, der mindestens 100 Euro zu diesem Projekt beisteuert. Die Steine sind mit einem edlen Logo versehen, das die Echtheit garantiert und werden auf einer Präsentationstafel angebracht, die mit einem seiner Sprüche in seiner eigenen Schrift veredelt ist. Die Steine selbst sind ca. 20 x 20 x 20 mm groß und erinnern an einen Würfel, und somit an einen der berühmtesten Sprüche Albert Einsteins überhaupt: „Gott würfelt nicht“. Für jeden Stein gibt es zudem ein Echtheitszertifikat, das belegt, dass er tatsächlich aus dem Keller des Geburtshauses stammt. Inzwischen unterstützt auch die Hebrew Universtity, die Nachlassverwalterin, die Idee und hat dem Ulmer Verein erlaubt, nicht nur die Namensrechte zu nutzen, sondern auch über die offizielle Facebook-Seite Albert Einsteins zu kommunizieren. Bei insgesamt mehr als 19 Millionen Followern sollte es kein Problem sein, die Steine für Albert Einstein in die ganze Welt zu verbreiten. 

Warum wir diese Sache unterstützen?

Zunächst einmal, weil viele von uns Ulmer sind. Und weil wir der Ansicht sind, dass die Stadt ihrem berühmtesten Sohn etwas schuldig ist. Zudem, weil es eine Riesensache ist und wir wirklich Spaß an einer solch großen Aufgabe haben. Spätestens, wenn das Albert Einstein Discovery Center dann wirklich an einem zentralen Ort in Ulm steht, werden wir uns dann auch ein bisschen Stolz auf diesen Einsatz erlauben.