Social Journalism-Studie 2016: Relevanz von Social Media für die Arbeit von Journalisten  

Quelle: Cision

Quelle: Cision

Nutzen Journalisten Social Media für ihre tägliche Arbeit? Und wenn ja, welche Relevanz haben die Sozialen Netzwerke und nach welchen Informationen wird gesucht? Noch vor ein paar Jahren hätte diese Frage eindeutig mit „nein“ bzw. „nur gering“ beantwortet werden können. Doch die Bedeutung von Facebook, Twitter und Co nimmt kontinuierlich zu, so dass sich die Plattformen zu wichtigen Informationsquellen bei der Themenrecherche aber auch für die Publikation entwickelt haben. Bestätigt wird diese Entwicklung durch die Social Journalism-Studie 2016, die von Cision und der Canterbury Christ Church University durchgeführt wird und dieses Jahr zum fünften Mal erschienen ist. Ich bin darauf gestoßen, als ich im Netz nach Inspiration für meinen Blogbeitrag gesucht habe und dachte prompt: „Warum nicht mit einem kleinen Artikel auf die interessanten Ergebnisse der Studio hinweisen?“

Allen voran werden für die journalistische Arbeit soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ genutzt – von 80 Prozent für Veröffentlichungen und Promotion, von 62 Prozent für die Recherche. Auf dem Silbertreppchen stehen Mikroblogs wie Twitter, Snapchat und Co – 60 Prozent veröffentlichen hier ihre Beiträge. Auch Blogs sind mittlerweile wichtig für die journalistische Arbeit geworden, 57 Prozent der befragten Journalisten nutzen sie für die Recherche. Geht es um die Frage, welche Quellen Journalisten am wichtigsten sind, wird Experten und PR-Quellen (wie der guten alten Pressemitteilung) nach wie vor die größte Bedeutung beigemessen – die Nutzung von Social Media ändert daran nichts. 76 Prozent der Befragten gaben zudem an, sehr gute Beziehungen zu ihren PR-Kontakten zu haben. Wenn es dann um die direkte Kommunikation mit PR-Profis geht, bleiben e-Mails die bevorzugte Kontaktmethode (79 Prozent). Außerdem zeigt die Studie, dass von 38 Prozent der Befragten das Telefon favorisiert wird. Auch Interessant: Die befragten deutschen Journalisten lassen sich in fünf typische Nutzergruppen einteilen: Architekten, Promotoren, Jäger, Beobachter und Skeptiker. Die Architekten sind dabei die aktivste Gruppe, während Skeptiker Social Media am wenigsten nutzen.

Die zentralen Erkenntnisse:

1. Die Nutzung sozialer Medien bei deutschen Journalisten steigt weiterhin an. 79% der Befragten nutzen täglich soziale Medien.

2. Deutsche Journalisten nutzen eine Vielzahl an verschiedenen sozialen Medien, wobei soziale Netzwerke wie z. B. Facebook am häufigsten verwendet werden.

3. Deutsche Journalisten nutzen soziale Medien für viele verschiedene berufliche Aufgaben. Am wichtigsten ist die Nutzung von Plattformen zur Publikation, Medienbeobachtung und zur Interaktion mit der Zielgruppe.

4. Mehr als die Hälfte der deutschen Journalisten ist der Ansicht, dass soziale Medien ihre berufliche Rolle grundlegend verändert haben.

5. Online-Journalisten interagieren in sozialen Medien am meisten mit ihrer Zielgruppe, während Magazin-Journalisten sich am wenigsten von sozialen Medien beeinflusst fühlen.

6. Freiberufliche Journalisten nutzen häufig Blogs, wohingegen fest angestellte Journalisten mehr mit ihren Zielgruppen interagieren.

7. Soziale Medien ändern nichts daran, welche Quellen Journalisten am wichtigsten sind.

8. E-Mails sind weiterhin die bevorzugte Kontaktmethode zwischen Journalisten und PR-Fachleuten. Dieses Muster ändert sich durch soziale Medien nicht.

9. Unter den typischen Nutzergruppen sozialer Medien sind die „Beobachter” weiterhin die größte. Die Meinungen zu sozialen Medien sind bei deutschen Journalisten heute weniger gespalten als vor vier Jahren.

Der vollständige Deutschlandreport der Social Journalism-Studie 2016 wird hier zum Download angeboten.

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