Lost in translation

PNR_TwitterNein, hier geht es nicht um den melancholischen Film von Sofia Coppola mit Bill Murray und Scarlett Johansson, sondern um meine ganz persönliche Gefühlswelt an so manchem Arbeitstag. Wie schon mehrfach erwähnt, zählt auch die Betreuung der Social Media-Kanäle zu unseren Kompetenzen. Eine Aufgabe, die gerade durch die Schnelllebigkeit dieser Kommunikationsmöglichkeit wahnsinnig spannend ist – insbesondere dann, wenn die geplanten Aktivitäten mit den Verantwortlichen der englischsprachigen Firmenzentrale abgestimmt sind. Ausgerechnet das ist meist aber auch eine Krux.

Jedesmal freue ich mich, wenn die Beiträge der Kollegen aus UK für Twitter per Mail eintrudeln – nur um dann kurz darauf verzweifelt auf meinen Bildschirm zu starren. Dabei habe ich kein Problem mit der Übersetzung, sondern mit meiner eigenen Muttersprache! Diese ist bekanntlich die der Dichter und Denker, aber sind wir doch mal ehrlich: Wir benutzen ganz schön viele – meist auch lange – Wörter, um etwas auf den Punkt zu bringen. Bei Twitter stehen mir beispielsweise gerade einmal 140 Zeichen zur Verfügung. Füge ich einen Link ein, bleiben noch 117. Regelmäßig beneide ich die englischsprachigen Kommunikationsverantwortlichen auf der anderen Seite des Ärmelkanals: Mit Witz, Charme und tollen „Sayings“  zwitschern die Damen und Herren locker vor sich hin – und benötigen oftmals nicht einmal diese mickrigen 117 Zeichen.

Versuchen wir uns mal an folgendem Beispiel:

Screenshot Twitter (@ManUtd)

Screenshot Twitter (@ManUtd)

 

Mit 62 Zeichen (ohne Link) ist tatsächlich alles gesagt und es werden zudem noch Begehrlichkeiten geweckt – natürlich nur bei Fans dieses bekannten britischen Fußballclubs, aber das ist eine andere Geschichte. Mit „This one‘s a keeper!“ ist in diesem Fall jedoch nicht der Torwart gemeint, es handelt sich vielmehr um eine Person, die man behalten sollte oder einen Gegenstand, den man unbedingt haben möchte. Man könnte also sagen: Das ist ein echtes Juwel! Statt der ursprünglich 20 benötige ich 25 Zeichen, ich bin also ganz entspannt. Dann gehen wir mal ans Eingemachte: „Cup final“ (9 Zeichen) übersetzen wir bekanntlich mit „Pokalfinale“ (11 Zeichen), ich denke, ich bekomme das hin. Der korrekte deutsche Begriff für „wallpaper“ (9 Zeichen) lautet „Bildschirmhintergrund“ (21 Zeichen), ich sinke langsam mit der Stirn auf die Tastatur.

Das Ergebnis werde ich hier nicht verraten. Vielmehr würde es mich interessieren, was unsere Leser daraus machen. Viel Spaß!

 

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