2014 and counting: Erwartungen an das Kommunikationsjahr

Anfang des Jahres hat Nicolas Scheidtweiler zur Blog-Parade zum Thema „Erwartungen an das Kommunikationsjahr 2014“ aufgerufen. Nun ist ja nicht mehr ganz Anfang des Jahres, aber mit zwei großen Messen im Februar kann der geneigte PRler schon mal etwas im Tagesgeschäft versinken – und Deadlines für Blog-Paraden fast bis zuletzt ausreizen (als ob wir das nicht mit fast allen Deadlines so machen würden … 😉 Wenn auch nicht immer ganz freiwillig).

Wie dem auch sei, jetzt gönne ich mir etwas Ruhe und denke über die Fragen nach, die Herr Scheidtweiler stellt: Was sind die Trends, wo geht die Reise hin? Hand mit KugelGanz allgemein gesprochen kann ich dazu nicht wirklich neue Erkenntnisse liefern: Ja, Social Media werden ein Thema bleiben, Mobile Marketing gewinnt weiter an Bedeutung, online wird immer wichtiger. So weit, so gut – das wissen wir ja schon alle. Denke ich an die Teilnehmer unseres letzten SoMe-Kurses zurück, könnten Portale wie Pinterest oder Instagram noch stärker in den Fokus rücken – gerade bei diesen Themen hingen sie förmlich an unseren Lippen und stellten viele sinnvolle Fragen. Aber sagen kann man’s natürlich nie, schon gar nicht in der schnellen Online-Welt. Und wer weiß, welche neuen Plattformen im Laufe des Jahres auftauchen und einen neuen Hype generieren.

Aus der Hype-Phase sind die bekannten Social Media – ich beschränke mich auf die großen Drei – natürlich raus. Facebook wird in Deutschland 2014 das wichtigste Medium bleiben, Google+ vermutlich weiter verkümmern (auch wenn ich das nicht hoffe, denn ich finde das Konzept eigentlich sehr gut, nur leider fehlen die aktiven Nutzer – und es werden weniger) und Twitter … Ja, ähm, Twitter. Das 140-Zeichen-Stiefkind der Bundesrepublik bietet nach wie vor großes Potenzial, da sich dort viele Medien und Journalisten tummeln. Nur irgendwie werden die Deutschen nicht so richtig warm damit, scheint es. Vielleicht auch, weil 140 Zeichen echt wenig sind, wenn man den Anspruch hat, grammatikalisch richtiges Deutsch von sich zu geben. Also gilt auch hier: Ich hoffe das Beste.

Was die Themenfelder und Branchen angeht, in denen sich meine Kunden bewegen, ist das alles aber leider eher Makulatur. Natürlich können Social Media & Co. auch für den mittelständischen B2B-Bereich relevant sein. Aber Trends hin oder her, oft fehlen entweder wirklich relevante Plattformen oder schlichtweg die Manpower, um ein sinnvolles und gutes Online-Engagement umzusetzen (etwas Eigenes wie einen Blog basteln is’ also auch nicht wirklich). Die meisten setzen zwar in zwischen auf zumindest eine der großen Plattformen, aber eher deshalb, um auch irgendwie dabei zu sein und nicht als Unternehmen zu gelten, das den Zeitgeist verpasst. Wirklich glücklich wird so aber weder der Kunde, noch der PR-Berater. Denn wir sehen (und betrauern) das Potenzial, das nicht ausgeschöpft werden kann, und der Kunde merkt, dass bei einem Semi-Engagement nicht wirklich etwas rumkommt. Natürlich holen wir das Bestmögliche heraus und treiben die Unternehmen vor uns her, so gut es eben geht. Der Fokus liegt aber nach wie vor auf der klassischen PR, deren Themen wir dann eben auch auf den Social Media spielen.

Meine persönlichen Erwartungen – und vor allem Hoffnungen – für 2014 sind also folgende:

– Die Diskussion in den Fachkreisen – denn die macht meine Kunden echt schalou – rückt weg von „Ich-muss-aber-auch-online!!!“ hin zu Ansätzen einer integrierten Unternehmenskommunikation, deren Schwerpunkte individuell gesetzt werden. Mein Traum: Auch das Employer Branding aka Mitarbeitermarketing, der Vertrieb etc. spielen hier mit und es ist wirklich alles aus einem Guss. Dieses Ohne-Social-Media-bist-Du-bald-weg-vom-Fenster-Blabla hilft keinem (abgesehen von den PRlern, denen es nur ums Geldverdienen geht).

– PR-Berater peitschen ihre Kunden entsprechend nicht mehr auf Teufel komm’ raus in ein Social Media-Engagement, sondern beraten ehrlich, was in Anbetracht der Themenfelder und Ressourcen Sinn macht und was nicht – und raten auch einmal ab.

– (Achtung, jetzt wird’s persönlich:) Unternehmen hören dann auch auf das, was ihnen ihre ehrlichen und kompetenten PR-Berater raten.

Wenn Sie sich jetzt denken, dass das alles schon sehr hehre Ansprüche an die PR-Branche und ihre Kunden sind, haben Sie völlig recht. Aber wie sagte schon Disney: „If you can dream it, you can do it.“ Also versuche ich zumindest, die Kommunikationsfäden, die ich als externer Berater so halbwegs in der Hand halte, entsprechend zu steuern. Aber selbst wenn es nicht immer so läuft, wie wir uns das vorstellen, sollten wir PRler eine Erwartung immer erfüllen: unter den gegebenen Umständen unser Bestes tun, um im Sinne des Kunden zu handeln. So viel Anspruch muss sein.

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