Wer kennt sie nicht, die Schlüsselsätze aus den Reden von Martin Luther King (I have a dream), John F. Kennedy (Ik bin ein Berliner) oder Barack Obama (Yes, we can!). Natürlich handelt es sich hier um drei brillante Redner, aber sie alle haben eines gemeinsam: Ihre Ansprache an das Publikum war sauber aufbereitet und hervorragend geschrieben und fesselte so die Zuhörer. Es kommt zwar nicht oft vor, aber auch wir unterstützen unsere Kunden beim Verfassen von Reden. Schließlich zählt dies zu den klassischen Disziplinen eines PR-lers. Beachtet man ein paar grundsätzliche Dinge, ist diese Aufgabe auch gar nicht so schwer.

Für wen und warum?
Wie bei allen anderen Texten, die wir jeden Tag schreiben, stellen wir uns auch beim Verfassen einer Rede zunächst folgende Fragen:

  • Wer ist die Zielgruppe und wie gut kennt sich die mit dem Thema aus?
  • Was ist der Anlass?
  • Was soll erreicht werden?
  • Was ist die Kernaussage?

Sind diese geklärt, folgt der Aufbau dem bekannten „roten Faden“, oder wie wir es schon in der Schule gelernt haben, den Elementen Einleitung, Hauptteil und Schluss. Die Einleitung beginnt mit der Begrüßung. Die steht unter dem Motto „So kurz wie möglich, aber so ausführlich wie nötig“. Mitarbeiter, Familie oder Kollegen kann man getrost zusammen nennen, nicht jedoch wichtige Gäste aus Politik, Wirtschaft oder dem Aufsichtsrat. Selbstverständlich achtet jeder Redenschreiber auf eventuelle Titel und die korrekte Schreibweise der Namen. Mit dem darauffolgenden Einstieg entscheidet sich, ob die Zuhörer bei der Stange bleiben oder gleich sanft entschlummern. Hier eignen sich Fragen ebenso wie passende Zitate oder bewegende Formulierungen, die Emotionen wecken.

Im Hauptteil begeistert die Rede, die es schafft, Bilder im Kopf entstehen zu lassen sowie Zahlen und Fakten so darzustellen, dass sie der Zuhörer schnell versteht. Komplexe Zusammenhänge und ungewöhnliche Fremdwörter funktionieren nur bei einem Fachpublikum, das sich aus Top-Experten einer Branche zusammensetzt. Humor, rhetorische Stilmittel wie Alliterationen können eine Rede durchaus lebendig machen. Aber bitte Vorsicht walten lassen! Sollen beispielsweise Mitarbeiter mit einer Ansprache auf negative Entwicklungen im Unternehmen vorbereitet werden, ist Humor selbstverständlich völlig fehl am Platz. Der Schluss bedarf dann noch einmal besonderer Aufmerksamkeit, denn diesen letzten Eindruck nehmen die Zuhörer mit. Er betont noch einmal ganz deutlich das eigentliche Ziel der Rede. Als Höhenpunkt eignet er sich ideal zum Aufruf einer Handlung oder dazu, ein Gefühl der Gemeinschaft zu erzeugen (Yes, we can).

Was noch wichtig ist
Da es sich um eine Ansprache und nicht um einen Aufsatz handelt, sollte man auf komplizierte Schachtelsätze verzichten. Aktiv formulierte kurze Sätze, die sich dem Publikum einprägen, sind angebracht. Beim Verfassen einer Rede sollte man zudem dringend immer daran denken, dass die Zuhörer kein Skript haben, in dem sie nachlesen können, falls sie etwas nicht verstanden haben. Kernaussagen einer Rede sollten innerhalb der Rede wiederholt werden. Auf diese Weise bleibt sie in den Köpfen des Publilums. Ach ja: Und wenn alles gesagt ist, darf man gerne zum Ende kommen. Kurz und prägnant ist auch in diesem Bereich der Kommunikation besser als endlose Monologe.