Quelle: Ralf Dunker

Im vergangenen Jahr zu Ostern waberte für nicht mal zwei Tage die Osterruhe über all unseren Köpfen. Was ursprünglich als wichtiger Einschnitt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gedacht war, entpuppte sich als großes Kommunikationsdesaster. Die Bundesregierung nahm den Beschluss keine 48 Stunden später mit persönlicher Entschuldigung der Kanzlerin wieder zurück. Aus der Osterruhe wurde sehr schnell eine Unruhe.
 
In diesem Jahr ist alles anders: Nachdem fast alle Corona-Restriktionen Anfang April aufgehoben wurden, steht dem Osterbesuch bei den lieben Verwandten, dem Osterfeuer oder dem Osterspaziergang mit der Familie nichts mehr im Wege – Corona hin oder her. Damit das Fest mit den Lieben 2022 zu keinem Kommunikationsdesaster wird, gilt es allerdings ein paar wichtige Tipps zu beachten. Schließlich wollen wir uns am Ende alle gemütlich ins gemachte Nest setzen.

Endlich mal wieder die lieben Verwandten besuchen

Quelle: Ralf Dunker

Endlich mal wieder die Verwandten und oder Freunde besuchen. Man ist es schon gar nicht mehr gewohnt. Ostern ist wie Weihnachten ein Fest der Familie. Viele nutzten in der Vergangenheit die Zeit von Karfreitag bis Ostermontag, um ein paar ruhige Tage zu verbringen. Warum nicht wieder in diesem Jahr? Um lange Stillstandzeiten auf der Autobahn zu vermeiden, ist die Deutsche Bahn in jedem Fall eine Alternative. Allerdings herrscht in den Zügen sicher keine gähnende Leere mehr wie in den vergangenen beiden Jahren zu Ostern.
Nicht umsonst gilt der Gründonnerstag und der Ostermontag bei der Bahn als besonders reisestark. In diesem Jahr setzt das Unternehmen 50 zusätzliche Züge rund um Ostern ein, um vor allem auf stark nachgefragten Verbindungen ein größeres Sitzplatzangebot zu gewährleisten.

Nicht rumeiern – klar kommunizieren, was man möchte

Ist die Reiseetappe erstmal bewältigt, der nervige Sitznachbar Vergangenheit und die Geschenke sicher am Ziel, beginnt für viele die Herausforderung: Familie. Plötzlich gluckt sie wieder über mehrere Tage zusammen, obwohl man doch eigentlich gar nichts mit dem Onkel oder der Tante anfangen kann. Die romantisch-verklärte Vorstellung, wie das Fest sein müsste, wird oftmals viel zu schnell wieder von der harten Realität eingeholt. Oft herrscht ein zu hoher Erwartungsdruck. Da reicht es dann schon, wenn Mama das Falsche kocht und Papa zu schwierige Osterverstecke aussucht – oder andersrum. Der Streit ist jedenfalls vorprogrammiert. Grundsätzlich hat es deshalb Sinn, weniger Erwartungen zu haben, den Druck rauszunehmen und eher im kleinen Kreis zu feiern. Und vor allem hilft es, nicht rumzueiern, sondern klar zu sagen, was man möchte und welchen Brauch man beispielsweise gut findet.

Kein Stress in der Küche – zusammen macht es mehr Spaß

Es ist an Ostern ähnlich wie nach einem stressigen Arbeitstag. Wenn nichts funktioniert hat, hilft oftmals die Erkenntnis, dass das Ergebnis aus aus Eiern, Wasser und Mehl immer erstklassige Spätzle ist. Warum also nicht auch an Ostern? Am meisten Spaß macht das zusammen. Niemand steht gern allein stundenlang in der Küche und ist dann noch allein dafür verantwortlich, dass es allen schmeckt. Stressfreier ist ein gemeinsames Menü. Oder aber auch, wenn jeder Gast einen Gang vorbereitet und mitbringt. Hier gilt: Nicht zu hasenfüßig sein und sich etwas zutrauen. Es hilft auch, etwas vorausschauender zu planen und nicht auf den letzten Drücker am Gründonnerstag oder Samstag sich unter die Horden von Last-Minute-Shoppern zu zwängen. Die Kampfausbildung hierfür kann man sich getrost sparen.

Machen sich zu Ostern immer gut: Weidenkätzchen. Quelle: Ralf Dunker

Manchmal wirkt ein Schlückchen Eierlikör Wunder


Jeder mag es gern hübsch und stimmungsvoll zu Hause. Erst recht, wenn es über Ostern draußen noch frisch ist. Allerdings ist weniger oft mehr. Der Gang in einen Ein-Euro-Shop oder Discounter, um billigen Modeschmuck zu kaufen, ist überflüssig. Schöner, gesünder und minimalistischer sind selbstbemalte oder gefärbte Eier, ein Strauß aus Weidenkätzchen und oder Frühlingsblumen wie Tulpen oder Nelken. Und wer keine Lust dazu hat, in Dauerschleife Eier auszupusten, bis man der Ohnmacht nahe ist, macht einfach mal eine Pause und genehmigt sich zwischendurch ein Schlückchen Eierlikör. Auf einmal wird so auch die minimalistischste Deko zu einem echten Feuerwerk.
 
Wenn nun alle Eier gefunden sind, das Osterfeuer heruntergebrannt ist und sich das Fest trotz aller Vorsätze doch nicht zu dem entwickelt hat, wie es hätte sein sollen, kann man gern wieder auf die Flasche Eierlikör im Haus zurückgreifen.  
 
Frohe Ostern!