Anzeigen vs. Pressearbeit: Eine Hand wäscht die andere

Das Mediengeschäft hat in den vergangenen Jahren deutliche Veränderungen durchgemacht. Einerseits verlagert sich die Informationsverbreitung von klassischen Printmedien hin zu Online-Portalen und Social Media. Zum anderen hat auch in der Verlagsbranche eine markante Konzentration stattgefunden – frei nach dem Motto: Der große Fisch frisst den kleinen. Internationale Verlagshäuser und Medienkonzerne verstärken durch Economy by Scale den Druck auf die kleinen Fachverlage. Oft sind diese nicht mehr lebensfähig und müssen verkaufen. Die Pressearbeit und das Anzeigengeschäft rücken daher näher zusammen.

Kopplung von Pressearbeit und Anzeigen

Eng mit diesen Entwicklungen verbunden ist die zunehmende Kopplung von Anzeigengeschäft und redaktionellen Content. Das betrifft uns als PR-Agentur natürlich auch. Denn unsere Stories und Inhalte, die wir für unsere Kunden anfertigen, werden heute nur mehr gegen Schaltung von Inseraten veröffentlicht. Das ist insofern nachvollziehbar, als die Verlage nicht durch den Heftverkauf oder Abos ihren Unterhalt verdienen, sondern in erster Linie mit Anzeigen. Als PR-Berater sollte man daher auch die Mediaplanung für die Kunden berücksichtigen und ins Tagesgeschäft einbeziehen. Mit einer integrierten Strategie lassen sich die Interessen von Kunde, PR-Agentur und Verlag am besten unter einen Hut bringen.

Die gute Story zählt

Pressearbeit und Anzeigen
bezahlte Anzeige oder Pressearbeit

Das bedeutet aber nicht, dass man nur mehr mit Anzeigenschaltungen eine Chance auf redaktionelle Beiträge hat. Es gibt nach wie vor Medien, deren Redaktionen in erster Linie an einer guten Story interessiert sind. Dennoch zeigt auch hier die Praxis, dass spätestens nach ein paar Veröffentlichungen der Anzeigenverkauf an der Tür klingelt. Mit dem Hinweis auf die erbrachten redaktionellen Leistungen möge man doch ein Inserat buchen. Das sollten Kunden und PR-Berater als Angebot für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sehen. Denn mit gegenseitigem Respekt erreicht man einen nachhaltigen Nutzen für alle Beteiligten.

Neue Geschäftsmodelle

Blickt man in die Zukunft, so werden Entwicklungen wie Digitalisierung, Social Media und integrierte Kommunikation die Medienlandschaft weiter verändern. Diese Trends bringen nicht nur große Herausforderungen für die Medienunternehmen. Sie bieten auch Chancen durch neue Geschäftsmodelle, etwa kostenpflichtige Apps, Online-Feeds oder andere innovative Dienstleistungen. Fest steht, dass das Tempo und der Druck auf die Marktteilnehmer rasant ansteigen. Für Medienschaffende kann es nur von Vorteil sein, wenn man gute Beziehungen zu den Verlagen unterhält. Denn damit schafft man auch einen Mehrwert für die Kunden.

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