Es hat sich ausgezwitschert: Mit der Schließung des deutschen WatchGuard-Accounts auf x.com ist auch der letzte Berührungspunkt zu dieser Social-Media-Plattform im Tagesgeschäft von Press’n’Relations Geschichte. Hierbei rücken einmal mehr die regionalen Unterschiede im Hinblick auf die Auswahl der jeweils geeigneten Werkzeuge und Kanäle im Rahmen wirkungsvoller PR-Strategien in den Fokus.
Es zeigt sich schnell, dass die Wahrnehmung von X als Kommunikationskanal im wahrsten Sinne des Wortes „Ländersache“ ist. In dem Zusammenhang liefert der Beitrag von MarTec – einem amerikanischen Portal für B2B-Marketing – spannende Fakten: So stellen die USA mit 20 Prozent und über einer Million Nutzern nach wie vor den größten Anteil des X-Publikums. Zudem untermauern viele weitere Daten, dass die Musk-Plattform in den USA – jenseits jeder politischen Hintergrundbetrachtung – auch weiterhin ein durchaus attraktives Spielfeld für die B2B-Kommunikation darstellt. Insofern verwundert es kaum, dass die PR- und Marketingverantwortlichen aus der Zentrale von WatchGuard in Seattle aus gutem Grund auch weiterhin auf X-Aktivitäten setzen.
X als Auslaufmodell in der EU
Im Gegensatz dazu hat das einstige Twitter auf dieser Seite des Atlantiks massiv an Reichweite eingebüßt – und dies ohne Aussicht auf Erholung. Die Abwärtsspirale dreht sich unaufhaltsam weiter: Nutzer und insbesondere Unternehmen, die nach der Übernahme durch Elon Musk 2022 mit der Abkehr von X ein Zeichen setzen wollten, scheinen für immer verloren. Und mit dem Weggang zahlreicher Impulsgeber für aktuelle Trends – wie wissenschaftliche Organisationen oder Medienanstalten – ist der ehemalige Status von X als Nachrichtenquelle in Deutschland längst überholt. Am Ende spielt es keine Rolle, warum das Publikum wegbleibt. Die Argumente gegen die Weiterführung eines deutschsprachigen WatchGuard-Accounts lagen unübersehbar auf der Hand – allen voran die überschaubare Followerzahl und sinkenden Response-Raten auf die 280-Zeichen-Tweets.
Plattform der Wahl für die B2B-Kommunikation: LinkedIn
Das Abschneiden alter Zöpfe ermöglicht nicht zuletzt, deutlich mehr Konzentration auf andere, weitaus vielversprechendere Aktivitäten zu legen. Für die von uns unterstützten Unternehmen sehen wir im Social-Media-Umfeld LinkedIn weiterhin als den Kanal mit der höchsten Schlagkraft – in dem Fall auch weltweit. Dies deckt sich ebenfalls mit den Ergebnissen der aktuellen B2B-Social-Media-Studie 2025/26 von Althaller Communication, an der sich 870 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt haben. Danach ist und bleibt LinkedIn die führende Plattform im B2B-Bereich. Weitere passende Erkenntnis: Statt breiter Plattformnutzung setzen Unternehmen zunehmend auf Qualität und strategische Fokussierung, wobei auch der Einsatz von Paid Content massiv an Bedeutung gewinnt.
Der Hinweis auf kompetente Unterstützung darf an dieser Stelle nicht vergessen werden: Die Studie zeigt, dass rund die Hälfte der Unternehmen Agenturen einbindet, um Content-Defizite zu kompensieren und professionelle Kampagnen umzusetzen.
Und zur Professionalität gehört für Press’n’Relations dabei eben auch, die Wirksamkeit bestehender Konzepte regelmäßig zu hinterfragen: In diesem Sinne sind die „X-Files“ jetzt zurecht geschlossen.
