Wissen, wo es steht

Ja, die Welt wird digital. Nichtsdestotrotz: Print ist nicht tot, wie unser Chef bereits an dieser Stelle festgestellt hat. Und wer erfolgreich in den Printmedien vertreten sein möchte, muss sein Ziel kennen. Denn auch im Blätterwald gibt es Unterschiede zu beachten. Manche Zeitschriften legen den Fokus voll und ganz auf thematisch ins Detail gehende Fachartikel, bei anderen gehören Praxisberichte zum guten Ton. Bei einen Medium ist ein Autorenbild oder beispielsweise eine englische Zusammenfassung der deutschen Ausführungen erforderlich, ein anderes veröffentlicht grundsätzlich keine Kurznachrichten.

Die jeweiligen Anforderungen sollte man als Profi natürlich kennen, wenn man die Redaktion mit adäquaten Inhalten versorgen und deren Chancen auf Abdruck maximieren möchte. Daher ist es absolut sinnvoll, Belegausgaben einschlägiger Fachmagazine aufzuheben, auch wenn dieses Vorgehen nicht nur Zeit, sondern vor allem Platz erfordert (in unserem Fall sprechen wir von fünf Ordnerreihen auf jeweils 3,70 Meter Länge). Dies gilt vor allem für Medien, mit denen man als PR-Redakteur nicht ständig in Berührung steht, die aber im Rahmen eines neuen Projektes oder Kunden plötzlich relevant werden. Und da man sich schließlich nicht alles merken kann, gilt in dem Fall: Ich muss nur wissen, wo es steht.

Damit sind wir auch schon beim Auslöser des jüngsten, internen PNR-Projekts im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung. Denn bisher war unsere entsprechende Ablage nach Branchen sortiert: Energie, IT, Hotellerie und Gastronomie, Logistik, Bau, Fertigung und so weiter und so fort….. Alles schön und gut, aber was geschieht, wenn man ein Heft vorliegen hat, das sich auf IT-Anwendungen in der Produktion spezialisiert hat? Gehört dieses ins Fach „IT“ oder „Fertigung“? Diese und ähnliche Fragen müssen vor allem unsere bisherigen Praktikanten – bei denen die Magazine routinemäßig zur Ablage auf dem Schreibtisch landen – an den Rand der Verzweiflung gebracht haben.

Um diesem ein Ende zu setzen und den fließenden Grenzen der thematischen Ausrichtung von Branchenmagazinen Rechnung zu tragen, habe ich es mir vor geraumer Zeit zur Aufgabe gemacht, das Ordnungssystem nach dem Alphabet umzustellen – inklusive zugehörigem digitalem Dokument, das alle einzelnen Titel von A bis Z auflistet, Branchen und Stichwörtern zuordnet und mit weiteren Kommentaren versieht – schließlich macht Digitalisierung ja doch Sinn, auch wenn es um Print geht. Natürlich wurden im Zuge dessen auch gleich etliche Leichen – also Zeitschriften, die inzwischen nicht mehr verlegt werden – entfernt. Stand heute sind in dem neuen „heiligen“ Excel-Dokument 512 Print-Titel der gegenwärtigen Medienlandschaft hinterlegt, ein Ende ist allerdings noch nicht in Sicht. Es warten weitere 20 Regalfächer, die es zu durchforsten gilt. Und es kommen von Zeit zu Zeit ja immer wieder neue Magazine hinzu.

Somit ist eines sicher: Unsere Print-Bibliothek wird auch künftig ihren Platz behaupten und dazu beitragen, Redaktionen passgenau zuarbeiten zu können.

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