Weiterbildung bei der Deutschen Presseakademie

Vor circa zwei Jahren drängte sich mir der Gedanke auf: „Wie viel Wissen vermittelte mir mein Studium im Hinblick auf meine zukünftige Tätigkeit als PR-Redakteurin tatsächlich?“ Das Ergebnis war im Hinblick auf einige Themengebiete – nun ja – ein bisschen ernüchternd. Ich habe an der Hochschule Neu-Ulm im Bachelor-Studiengang „Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation“ studiert. Doch trotz Vorlesungen wie „Redaktion + Text“, „Unternehmenskommunikation“ oder zahlreicher Praxisprojekte, wie etwa die Umsetzung des Magazins „breitseite“, fehlte mir etwas: Detailwissen.

Deshalb entschloss ich mich schnell dazu, mit meinen Volontariats-Vorgängern bei Press’n’Relations gleichzuziehen und eine PR-Weiterbildung zu absolvieren. Die Bandbreite an Anbietern ist ziemlich groß, die Ratschläge der Kollegen fielen sehr unterschiedlich aus. Doch nach langem Überlegen entschloss ich mich schließlich, am PR-Fernstudium der Deutschen Presseakademie (depak) teilzunehmen. Die Mischung aus Präsenzphasen und Selbststudium sowie die inhaltliche Gestaltung der Module überzeugten mich. Seit einigen Wochen ist meine Zeit bei der depak vorbei und ich warte gespannt auf die letzten Noten. Die Zeit bis dahin nutze ich nun, um meine persönlichen Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.

Beginnen wir mit den Eckdaten. Das berufsbegleitende Studium ist auf eine Dauer von einem Jahr angesetzt und beinhaltet drei ein-wöchige Präsenzphasen im Studienzentrum am Werderschen Markt in Berlin. Wer jetzt denkt, Sightseeing sei dank der idealen Lage inbegriffen: Nach einem 10-stündigen Power-Seminarprogramm läuft man nicht gerade geistesgegenwärtig durch die Straßen der Hauptstadt (eine übersehene rote Fußgängerampel riss mich jedoch wieder recht schnell aus meinem Wachkoma). Bereits im Vorfeld jeder Präsenzphase lag es an den Teilnehmern, die insgesamt 46 Lehrbriefe zu bearbeiten und bestenfalls auch gleich die zugehörigen Aufgaben zur Bewertung in das Lernportal hochzuladen – zeitlich gesehen nicht immer einfach neben dem Berufsalltag, aber mit ein wenig Selbstdisziplin durchaus machbar. Die Themenschwerpunkte unterteilen sich dabei wie folgt:

  • Theoretische Grundlagen der PR
  • Kommunikationskanäle
  • Kommunikationstechniken und -verhalten
  • PR-Konzeptionslehre
  • Marketingkommunikation
  • Politische Kommunikation

Eine detaillierte Beschreibung zu den einzelnen Modulen finden Sie hier. Ich persönlich kann sagen, dass es mir inhaltlich an nichts fehlte. Lediglich die Online-Kommunikation kam mir etwas zu kurz. Der Themenbereich Social Media & Co. ist jedoch an sich dermaßen umfangreich, dass eine gesonderte Weiterbildung sicherlich Sinn macht. Über meine Suche nach einer geeigneten Möglichkeit habe ich hier schon einmal berichtet.

Gemeinsam mit allen Teilnehmern – in meinem Fall waren wir eine Gruppe von zwölf PR-lern aus den unterschiedlichsten Branchen – und den Dozenten wird das Gelernte schließlich anhand von praktischen Einzelübungen, Diskussionen und Teamwork erprobt und vertieft. Dabei sorgen die unterhaltsamen Anekdoten der Dozenten für nützliche Eselsbrücken. Ein Highlight war das Kameratraining. Jeder, der sich zum ersten mal vor einer Kamera moderieren sieht, weiß wovon ich spreche: unvorteilhafte Posen, seltsame Tonlagen und nicht zuletzt die durchaus sichtbare Angst in den Augen – der Spiegel der Wahrheit. Doch schon beim zweiten Anlauf fließen die Sätze durchaus flüssiger, das Selbstbewusstsein steigt. Eine tolle Abwechslung waren auch die verschiedenen Außer-Haus-Termine. Wir besuchten etwa den Medienbeobachter Ausschnitt, die morgendliche Redaktionssitzung des Tagesspiegel, zwei Agenturen – und das ein oder andere Restaurant.

Aber gehen wir noch einen Schritt zurück. Bevor man überhaupt mit dem Studium beginnen kann, müssen einige Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden. Das sind

  • entweder ein Hochschul-, Fachhochschul-, Berufsakademieabschluss sowie berufliche Erfahrung im Bereich Kommunikation und/oder
  • die Allgemeine Hochschulreife und eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie nachweisbare Berufserfahrung im Bereich Kommunikation.

Die Zielgruppe ist somit breit gefächert – von erfahrenen PRlern über Quereinsteiger bis hin zu meiner Kategorie – PR-Volontäre oder -Trainees.

Und was kommt am Ende dabei raus? Hat man an allen Präsenzphasen teilgenommen und sämtliche Einsendeaufgaben bestanden, wird man mit dem Zertifikat Kommunikationsmanager/in (depak) belohnt. Wem das noch nicht genug ist, für den besteht die Möglichkeit, an einer gesonderten Prüfung der PZOK (Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft) teilzunehmen.

Fazit: In meinem Fall war das Fernstudium bei der depak die richtige Entscheidung. Ich konnte die Vorkenntnisse durch mein Studium vertiefen und viel für meine jetzigen Aufgaben mitnehmen. Jedoch darf natürlich der Aufwand, der hinter dem Ganzen steckt, nicht unterschätzt werden. Die nette Atmosphäre zwischen Teilnehmern und Dozenten war aber das Tüpfelchen auf dem i und die langen Tage in Berlin wurden somit gefühlt etwas kürzer.

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