FAKE NEWS und die Verantwortung der PR-Leute in Zeiten der Lügenpresse

Fake News sind in mode und Fake News sind gefährlich. So könntees sein, dass die Entscheidung über den Brexit oder die Wahl in den USA, die beide von einer Vielzahl an Falschmeldungen in den sozialen Netzen begleitet waren, eventuell anders ausgegangen wären, wenn ausschließlich TRUE NEWS die Medien befüllt hätten.

 

 

Foto: Marina Probst-Eiffe, Fotografin

Wobei ja nicht das Phänomen der Falschmeldung oder Lüge an sich nicht neu ist, dieses gibt es wohl so lange es Menschen gibt. Neu ist die unfassbar rasante Geschwindigkeit mit der sich diese Informationen via sozialer Medien global verbreiten lassen. Musste man früher zuerst einmal Flugzettel anfertigen, um Informationen unter das Volk zu bringen, sind es heute „likes“ und „shares“, die eben auch sekundenschnell Falschmeldungen zu Selbstläufern veredeln. Und das geschieht nicht nur durch unkritische User, sondern auch automatisch durch sogenannte Media Bots, Algorithmen, die extra dafür programmiert wurden, diese Nachrichten zu verteilen und liken – und ihnen damit den Anschein der Wichtigkeit zu verleihen.

PR-Branche unter Beschuss
Die Menschen haben sich offensichtlich schon daran gewöhnt, dass Fake News zum Alltag gehören. So gaben laut Bitkom Research 68 Prozent der Deutschen an, dass ihnen in den letzten zwölf Monaten in den klassischen und in den sozialen Medien Fake News aufgefallen seien. Gut an diesem eher traurigen Resultat ist nur, dass die Falschmeldungen überhaupt als solcheidentifiziert wurden. Es scheint, als müsste man sich wohl daran gewöhnen, dass das Falsche einfach neben dem Wahren steht bzw. deren Konturen in den sozialen Medien verschwimmen, so wie auch in einer vielfältigen Gesellschaft die Wahrheit viele Gesichter hat. Auch nachträgliche Richtigstellungen und das Widerlegen von Falschinformationen führen nicht zwangsläufig dazu, dass diese aus der Welt sind.

Im Gegenteil: Oft heizen sie diverse Debatten erst so richtig an, so wie Falschmeldungen generell polarisieren und zunehmend das gesellschaftliche Klima vergiften. Zudem untergraben sie die Glaubwürdigkeit aller Medien, was bedeutet, dass auch die PR-Branche davon betroffen ist. Diese sollte daher ganz bewusst als Gegenmaßnahme auf höhere Standards in Bezug auf Fakten und deren Interpretationen setzen.

Seriöse Berichterstattung
Wenn es um die Verantwortung der Medien geht, dann fängt diese schon bei den PR-Leuten an. Schließlich entspringt fast jede Presseinformation der Feder eines PR-Experten, dessen Aufgabe es ist, seine Arbeit so gewissenhaft wie möglich zu erledigen. Gut aufbereitete, sauber recherchierte Inhalte und überzeugende Argumentationen müssen das Gebot der Stunde sein. Man sollten sich keinesfalls dazu hinreißen lassen, hier und daeine Tatsache zu beschönigen, reißerische Überschriften zu kreieren oder schwindlige, selbstgestrickte Studien auf Kundenwunsch zu publizieren. Das ist gefährliches Terrain, denn so fängt das Übel meist an.

Faktencheck & Gegencheck
Das Allheilmittel heißt Recherche. Zur Überprüfung von Zahlen hilft der Blick in die Bilanzen, zur jener von Fakten der „Gang“ ins Archiv. Und oft kann auch ein Telefonanruf wahre Wunder wirken. Skepsis gilt als Tugend, es darf über den Tellerrand geblickt werden: „Kann das stimmen? Entspricht es meinen bisherigen Erfahrungen? Wem könnte es einen Nutzen bringen? Sind die Quellen bekannt, gibt es eventuell noch weitere?“. Das gleiche gilt natürlich auch für Redaktionen, in denen mittlerweile sogar neue Berufsbilder, wie der Listening Officer oder der Verification Officer ausschließlich dafür entstanden sind, zu überprüfen, ob Nachrichten plausibel sein können.


Währung Glaubwürdigkeit
Auch die „Lügen-Presse hat kurze Beine“ und langfristig zahlt es sich immer aus, bei der Wahrheit zu bleiben. Mehr denn je haben heute Agenturen und Kommunikationsexperten die Aufgabe, kritisch zu hinterfragen und ihre Auftraggeber dahingehend zu beraten, was und wie es publiziert wird. Die Kunst dabei ist, sich weder von Vorgesetzten noch Kunden in Abhängigkeit bringen zu lassen. Das gilt vor allem, wenn man darauf Wert legt, als Firma glaubwürdig zu erscheinen und seinen guten Ruf nicht zu verlieren. Denn wie schon Sven Gösmann, Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte: „Wenn neben dem ehrbaren Kaufmann der ehrbare Kommunikator steht, dann wird er sein Ziel erreichen, nämlich dass über und mit ihm gesprochen wird.“

Quelle: Whitepaper 06 2017 – Fake News – Die große Falle – Was das Phänomen Fake News für Kommunikation und PR bedeutet – erstellt von na.news aktuell, Ein Unternehmen der dpa-Gruppe

 

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